Sonntag, 06. Dezember 2020

Auch in Nordtirol: 3500 Haushalte vorerst ohne Strom

Die Unwetter wüten nicht nur hierzulande: Im österreichischen Bundesland Tirol waren am späten Sonntagvormittag rund 3500 Haushalte wegen umgestürzter Bäume auf Stromleitungen ohne Strom. Dies sagte Christian Ammer von der Tinetz-Stromnetz Tirol der APA. 22 Gemeinden mit insgesamt 95 unversorgten Trafostationen waren vorerst betroffen – und das nicht nur in Osttirol, sondern auch in Nordtirol vom Brenner über das Wipptal bis ins Ötztal.

Nicht nur in Südtirol, sondern auch jenseits des Brenners und im Osten gibt es zur Zeit zahlreiche Stromausfälle.
Nicht nur in Südtirol, sondern auch jenseits des Brenners und im Osten gibt es zur Zeit zahlreiche Stromausfälle. - Foto: © shutterstock
Im Ötztal konnte laut Ammer noch am Vormittag eine 110 KV-Leitung wieder repariert werden. Zuvor waren es tirolweit zwischenzeitlich 7000 Haushalte, die ohne Strom waren. Man habe es mit „massiven Baumbrüchen“ zu tun. Die Einsatzkräfte seien rund um die Uhr im Einsatz, könnten aber immer wieder aufgrund gesperrter Straßen nicht zu den betroffenen Störstellen gelangen. Zudem würden sich viele wegen des Baumbruches in einem Gefahrenbereich befinden. Bei der Wiederherstellung der Stromversorgung werde es sich sicher noch um Stunden handeln.

Aus dem von Schnee und Unwetter besonders betroffenen Osttirol wurden indes auch einige Murenabgänge gemeldet – so etwa in Nussdorf-Debant, wie der ORF Tirol berichtete. Dort wurden mehrere Häuser von einer Mure getroffen. Die Feuerwehr war damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen. Auch in Leisach, Dölsach und Nikolsdorf waren Feuerwehren im Einsatz.

Die starken Niederschläge hinterließen vereinzelt auch in Nordtirol ihre Spuren. So kam es in Kolsassberg im Tiroler Unterland etwa zu einem Hangrutsch. Eine Straße wurde dabei auf einer Breite von 15 Metern vermurt. Sie musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Zudem führten die starken Schneefälle mitunter auch zu Straßensperren. So war etwa die Ötztalstraße zwischen Umhausen und Längenfeld nicht geöffnet.

Auch im Bahnverkehr kam es zu Problemen: So war aufgrund der Witterung laut ÖBB vorerst kein Zugverkehr auf der Brennerstrecke zwischen Steinach und dem Brenner sowie auf der Karwendelbahn möglich. Gries am Brenner und der Bahnhof Brenner auf italienischer Seite konnten zunächst nicht angefahren werden. Ebenfalls gesperrt war auf der Karwendelbahn der Abschnitt zwischen Reith und Seefeld.

apa