Montag, 01. Februar 2021

Auch Wolfsgrubner See im Visier der Ermittler

Die Suche nach dem seit 4. Jänner verschwundenen Paar Peter Neumair (63) und Laura Perselli (68) geht weiter.

Im Visier der Ermittler steht nun auch der Wolfsgrubner See am Ritten. (Archivbild)
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Im Visier der Ermittler steht nun auch der Wolfsgrubner See am Ritten. (Archivbild)
Auch am Wochenende waren Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehrleute sowie Taucher der Freiwilligen Feuerwehren in und auf der Etsch unterwegs. (STOL hat berichtet) Gesucht wurde aber auch rund um den Wolfsgrubner See am Ritten.

Sicherheitskräften haben sich 2 Tage lang am See und im umliegenden Waldstück nach Hinweisen umgesehen, die eine weitere Ermittlungshypothese untermauern könnten, nämlich, dass die Leichen des Lehrerpaares dort im See versenkt worden sein könnten. Obwohl zugefroren, gibt es dort stets Stellen, die offen bleiben. Ein Fernsehteam von „Chi l'ha visto“ war am Sonntag ebenfalls am Wolfsgrubner See für Aufnahmen, Taucher und Feuerwehrleute hingegen nicht.

Benno Neumair laut eigenen Angaben mit Hund am Ritten

Wie berichtet, besitzt die Familie eine Ferienwohnung in Oberbozen am Ritten und Benno Neumair hat angegeben, dort am 5. Jänner mit dem Hund spazieren gegangen zu sein, bevor er am Nachmittag zusammen mit seiner Tante Carla die Vermisstenanzeige für seine Eltern aufgab.

Benno Neumair, der unter Mordverdacht stehende 30-jährige Sohn des verschwundenen Ehepaars, bleibt – wie berichtet – weiterhin im Gefängnis.

Vor Richterin Carla Scheidle machte Neumair am Samstag von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch. Dem Vernehmen nach dürfte er aber schon in dieser Woche zu den Verdachtsmomenten, die gegen ihn vorliegen sollen, Stellung nehmen.

Flucht-, Verdunkelungs-, und Tatwiederholungsgefahr

Die Staatsanwaltschaft hatte ihren Antrag auf einen Haftbefehl mit Fluchtgefahr begründet, ebenso mit der Gefahr, dass Benno Neumair – bliebe er auf freiem Fuß – Beweise verdunkeln könnte. Auch bestehe potenzielle Tatwiederholungsgefahr: Diese ist laut Art. 274 StPo. auch gegeben, wenn „wegen der besonderen Ausführungsweise und Umstände der Tat und aufgrund der Persönlichkeitsstruktur“ des Tatverdächtigen „die tatsächliche Gefahr besteht, dass dieser schwere Verbrechen unter Gebrauch von Waffen oder von anderen Gewaltmitteln gegen Personen begehen könnte“.

Nach eingehender Prüfung der von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Schuldindizien befand Richterin Carla Scheidle diese für ausreichend, um zu verfügen, dass Benno Neumair vorerst im Gefängnis bleibt.

Verteidiger Benno Neumairs wollen Haftentlassung beantragen

Nach der richterlichen Entscheidung, dass Benno Neumair im Bozner Gefängnis bleibt (siehe obenstehenden Bericht), wollen seine Verteidiger Flavio Moccia und Angelo Polo nun vor dem Freiheitsgericht die Enthaftung ihres Mandanten erwirken. Sie zeigen sich überzeugt, dass keine Fluchtgefahr besteht – „ganz im Gegenteil“, so Rechtsanwalt Polo.

Das bisherige Verhalten von Benno Neumair spreche für sich: „Er wusste seit dem 18. Jänner, dass gegen ihn ermittelt wird. Und was hat er getan: Er hat die Stadt nicht verlassen, obwohl er nicht weiter in seinem Elternhaus wohnen bleiben konnte, und er hat sich aus eigenem Antrieb bei der Staatsanwaltschaft gestellt“, fasste Polo am Samstag zusammen. Man werde vors Freiheitsgericht ziehen und erneut beantragen, Benno Neumair aus dem Gefängnis zu entlassen. Noch diese Woche werde Benno Neumair dem Staatsanwalt Rede und Antwort stehen, ergänzte Polos Kollege Flavio Moccia.

„Wir hatten die umfangreichen Akten der Staatsanwaltschaft erst um 9 Uhr zur Verfügung. Die Zeit war zu kurz, um Einsicht zu nehmen und die einzelnen Vorhaltungen so eingehend prüfen zu können, um dazu Stellung zu nehmen“, erklärte Moccia. Weiterhin offen ist indes, wie es für Benno Neumairs Freundin aus Auer weitergeht. Bis Sonntag ist keine Entscheidung über den Antrag ihres Verteidigers Federico Fava gefallen, die Ermittlung gegen sie zu den Akten zu legen.

ih/rc