Der Anstieg der Geschlechtskrankheiten ist nicht zuletzt eine Folge der Corona-Pandemie. „In Zeiten der Ausgangssperre hatten Jugendliche kaum die Gelegenheit, sich mit Freunden zu treffen oder zu feiern“, so Dr. Eisendle. „Dass diese sozialen Aktivitäten nun wieder stattfinden, spiegelt sich natürlich in den Fallzahlen wider.“ Es sei äußerst wichtig, dass Jugendliche rausgehen, das Leben genießen und Spaß haben, betont der Dermatologie-Primar, aber gleichzeitig appelliert er an die Vernunft. „Um die Ausbreitung sexueller Krankheiten einzudämmen, ist Verhütung unerlässlich.“<h3> Weniger Angst vor der Ansteckung</h3>Auf das Kondom, das wohl bekannteste und am effektivsten vor Geschlechtskrankheiten schützende Verhütungsmittel, wird heutzutage jedoch häufig verzichtet. „Klassische Geschlechtskrankheiten wie das HIV-Virus sind dank des medizinischen Fortschritts nicht mehr so gefährlich, wie sie es einst waren – Menschen fürchten sich weniger vor einer Ansteckung“, erklärt Dr. Eisendle. „Bei einer frühzeitigen Diagnose, lässt sich eine Infektion gut behandeln.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-68744285_quote" /><BR /><BR />Die Betonung liegt auf dem Wort „frühzeitig“: „Viele Geschlechtskrankheiten führen zwar nicht mehr zum sicheren Tod, können aber nach wie vor schwere Folgen mit sich bringen“, warnt Dr. Eisendle. Syphilis – eine der Krankheiten mit deutlich steigenden Fallzahlen – kann beispielsweise eine Demenz zur Folge haben. Genauso ist die Krankheit Tripper auf dem Vormarsch, die ohne eine Behandlung zur Unfruchtbarkeit führen kann. „Es ist wichtig, sich bei Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit rechtzeitig zu testen“, betont Dr. Eisendle.<h3> Tests für alle Altersgruppen wichtig</h3>Laut dem Dermatologie-Primar gelte dies nicht nur für junge Menschen. „Alle Altersgruppen sind von Geschlechtskrankheiten betroffen“, betont Dr. Eisendle. So legt er auch jedem Paar den Test ans Herz, bevor in einer Beziehung auf Verhütung verzichtet wird. In jeder Apotheke ist ein Schnelltest erhältlich. „Um auf Nummer sicher zu gehen, ist ein weiterer Test beim Hausarzt oder im Krankenhaus ratsam“, so Dr. Eisendle.