Mittwoch, 15. Juli 2015

Auf den Spuren eines Massenmörders: Touristentour gestoppt

Goulburn Ghost Tours bot in Australien nächtliche Ausflüge in einen Wald an, wo ein Massenmörder in den 1990er Jahren die Leichen von sieben Rucksacktouristen verscharrt hatte.

Goulburn Ghost Tours bot nächtliche Ausflüge in einen Wald an, wo sieben Rucksacktouristen starben.
Goulburn Ghost Tours bot nächtliche Ausflüge in einen Wald an, wo sieben Rucksacktouristen starben.

Die als Horrortrip vermarktete Touristentouren auf den Spuren eines Massenmörders sind nun nach Protesten gestoppt worden. 

Der Belanglo-Wald liegt rund 130 Kilometer südöstlich von Sydney. Eine Mitarbeiterin bestätigte dem Fernsehsender ABC, dass die seit Juni angebotenen Touren ab sofort gestoppt seien. Die Webseite wurde geschlossen.

Kommt mit in den Wald, wo Ivan Milat seine Leichen vergraben hat

Anwohner und Kriminalitätsopferverbände reagierten empört, als die Touren durch Presseberichte ans Licht kamen. Ebenso der Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales, Mike Baird: „Das ist total skandalös. Ich konnte es kaum glauben“, sagte er.

Das Unternehmen hatte seine Touren als „extreme Horrorerfahrung“ angepriesen und Geistererfahrungen in Aussicht gestellt. „Kommt mit in den Wald, wo Ivan Milat seine Leichen vergraben hat. Wer in den Belanglo-Wald geht, kommt vielleicht nie zurück“, schrieb es.

 

Ivan Milat brachte im Belanglo-Wald sieben Menschen um. 

Unter den Toten waren drei Deutsche, zwei Briten und zwei Australier.

Milat verbüßt seit 1996 eine lebenslange Haftstrafe.

dpa

stol