Donnerstag, 02. Juni 2016

Aufräumen nach Hochwasser-Katastrophe in Bayern

Nach dem katastrophalen Hochwasser mit mehreren Toten steht der Donnerstag im Zeichen von Aufräumarbeiten.

Unwetter-Katastrophe in Bayern.
Unwetter-Katastrophe in Bayern. - Foto: © APA/DPA

Bei der Flut, die nach starken Regenfällen mehrere Orte in Bayern teils meterhoch überschwemmte, waren am Mittwoch vier Menschen ertrunken. Auch in Frankreich kam bei schweren Überschwemmungen mindestens ein Mensch ums Leben.

Unklarheit herrschte über mögliche Vermisste in Niederbayern. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass es „noch einige Vermisste“ gebe. Demgegenüber sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Straubing in der Nacht auf Donnerstag, konkrete Hinweise auf weitere Vermisste gebe es derzeit nicht. Laut Polizeisprecher hat sich die Situation entspannt: „Das Wasser zieht sich zurück. Die Lage hier hat sich beruhigt, wenn man das nach den Ereignissen so sagen darf.“

Verheerender Sachschaden 

Das Landratsamt in Pfarrkirchen hatte am Mittwoch den Katastrophenfall ausgerufen, als die braunen Wellen die Menschen in Triftern, Simbach am Inn und Nachbargemeinden überraschten. Keller, Tiefgaragen und Erdgeschoßwohnungen wurden binnen kürzester Zeit überflutet, viele Autos mit dem Strom weggerissen.

Etliche Bürger mussten mit Polizeihubschraubern gerettet werden. Der Sachschaden wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Weitere starke Regenfälle im Anmarsch

Meteorologen kündigten für die betroffene Region und weitere Gebiete in Südbayern erneut starke Regenfälle an, binnen zwölf Stunden könnten am Donnerstag wieder bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.

„Zum Teil sind unwetterartige Mengen über 40 Liter pro Quadratmeter in sechs bis zwölf Stunden möglich“, berichtete der Deutsche Wetterdienst in München. Auch für Österreich wurden Unwetter erwartet.

Der starke Regen hat am Mittwoch auch in Teilen Oberösterreichs, vor allem im Innviertel, zu Überflutungen geführt. Etliche Straßen wurden gesperrt. Im Bezirk Braunau haben am Donnerstag die Pflichtschulen zu.

Drei Leichen in Haus entdeckt 

Im nahe gelegenen Simbach in Bayern wurden am Mittwochabend nach der verheerenden Flutwelle von Tauchern drei Leichen in einem überschwemmten Haus entdeckt. Die Bewohner der oberen Stockwerke des Mehrfamilienhauses hatten die Retter darüber informiert, dass im überfluteten Erdgeschoß noch Menschen sein müssten. Kurz darauf wurde eine Frau tot in einem Bach in der Nachbargemeinde Julbach entdeckt.

Hunderte Kinder mussten am Mittwoch bis zum Abend in zwei Schulen ausharren, weil die Zufahrtsstraßen nicht passierbar waren. Etwa 50 von ihnen konnten allerdings nicht mehr nach Hause gebracht werden und mussten, betreut von etwa zwei Dutzend Erwachsenen, in der Mittelschule von Triftern übernachten. Die vom Wasser eingeschlossenen Schüler wurden mit Hubschraubern versorgt. Der Energieversorger Bayernwerk hatte zudem mitgeteilt, dass Tausende Haushalte vorläufig weiter ohne Strom auskommen müssten.

Tote auch in Frankreich 

In Frankreich wurde am Mittwoch eine 86-jährige Frau in ihrem überfluteten Haus in Souppes-sur-Loing in Zentralfrankreich tot aufgefunden. Die Feuerwehr habe ihre Leiche im Wasser treibend in dem Gebäude im Ort Souppes-sur-Loing gefunden, etwa 80 Kilometer südöstlich von Paris, wie die Zeitung „Le Parisien“ am Mittwoch berichtete.

Premierminister Manuel Valls wollte am Donnerstag die Region Nemours rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Paris besuchen. Dort mussten am Mittwoch 3.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

dpa

stol