Donnerstag, 13. Januar 2022

Aufruf, Übergriffe sofort zu melden

Das am Donnerstag auf STOL veröffentlichte Video von einer Prügelattacke im September am Busbahnhof in Brixen zieht seine Kreise – und hat Folgen: Von Angst unter den Brixner Jugendlichen und möglichen Vergeltungsaktionen der Täter ist die Rede. Was ist dran an diesen Stimmen und wie reagieren die Ordnungskräfte darauf?

Die Prügelattacken ziehen weite Kreise. - Foto: © privat
Die Carabinieri bestätigten auf Anfrage, der Station in Brixen sei zugetragen worden, dass das Video stark unter Jugendlichen zirkuliere und Vergeltungsaktionen angedroht worden seien. Beweise dafür, ob diese Drohungen ernst gemeint seien und auch umgesetzt würden, gebe es momentan keine. Das Umfeld werde aber sondiert.

Drohung ausgesprochen

Belegt ist jedenfalls die Drohung, die in der Silvesternacht bei der Prügelattacke gegen einen jungen Mann aus Brixen ausgesprochen wurde: Einer der Täter droht dem Jugendlichen, den er zusammenschlägt, an, dass er dessen Mutter Gewalt antun werde, sollte er Anzeige erstatten. Zu hören ist das auf dem Video, das die Täter selbst gefilmt hatten und das im Internet verbreitet wurde.

Die Staatspolizei hielt sich am Donnerstag bedeckt. Eine Alarmstimmung aufgrund einzelner Meldungen auszulösen, sei überzogen, hieß es. Die Streifenwagen machten ihre Kontrollfahrten. Bei konkreten Hinweisen könne und werde gezielt interveniert.

Die Aufmerksamkeit sei hoch, hieß es bei den Carabinieri. Die Fahndungsabteilung ermittle, wurde bestätigt, ebenso, dass die 2 oder 3 Übeltäter bekannt und wiederholt angezeigt worden seien. Allerdings wurde auch eingeräumt, dass der strafrechtliche Weg seine Zeit brauche.

Vor allem bei minderjährigen Straftätern sei es schwierig, präventiv Maßnahmen zu ergreifen. Damit sei es möglich, dass auch nur ein gestrauchelter Jugendlicher eine ganze Umgebung (vor allem Jüngere als er selbst) tyrannisieren könne.

Eltern aus Brixen berichten, dass auch unter den Jugendlichen die Gruppe der gewalttätigen jungen Männer bekannt sei und dazu aufgerufen werde, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Über den Notruf 112 Vorfälle melden

Aktuelle Vorfälle sollen laut den Ordnungskräften sofort über die Notrufnummer 112 gemeldet werden. Damit könnten sie zeitnah und gezielt eingreifen. „Brixen ist nicht Mailand“, wird betont.

Bereits Gernot Wieland, derzeit leitender Vizekommandant der Ortspolizei Brixen, hatte in der „Dolomiten“-Ausgabe vom Donnerstag daran appelliert, Vorfälle sofort zu melden, damit die Ordnungshüter den Hinweisen nachgehen können.

Unbestritten dürfte sein, dass das Öffentlichmachen solcher und ähnlicher Vorfälle dabei helfen kann, die Täter zu überführen und ihnen Einhalt zu gebieten.

STOL hat zu den Vorfällen am Donnerstag berichtet und eine Umfrage gestartet.


ive

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