<BR /><b> Herr Felz, wie steht es um das „Radl“ in Südtirol?</b><BR />David Felz*: Fürs Radfahren als Freizeitbeschäftigung hat das Land einiges zu bieten. Bei der Alltagsmobilität sind wir auf einem guten Weg, es besteht jedoch noch Luft nach oben.<BR /><BR /><b>Sehen Sie im Fahrrad Potenzial als „grüne“ Alternative zu Auto und Motorrad?</b><BR />Felz: Auf jeden Fall. Vor allem auf kurzen Strecken kann das Rad häufig das Auto ersetzen. Mit dem E-Bike sind auch längere Distanzen möglich: Fahrten bis zu zehn Kilometer, teilweise auch darüber hinaus. <BR /><BR /><b> Woran scheitert der Umstieg zurzeit noch?</b><BR />Felz: Lücken im Radwegenetz müssen geschlossen, Radwege besser an Ortszentren und Gewerbegebiete angebunden werden. Genau darauf konzentrieren sich die Projekte, die derzeit umgesetzt werden. Dazu zählen etwa eine Verbindung zwischen Pfalzen und der Industriezone von Bruneck oder die Arbeiten unter der Marlinger Brücke zur besseren Anbindung der Radwege Vinschgau und Meran – Bozen. Zudem wird die Sicherheit als Hinderungsgrund genannt. Auch hier investiert das Land kräftig. Natürlich geht es auch darum, es einfach mal auszuprobieren und gewisse Alltagsstrecken bewusst mit dem Radl zurückzulegen.<BR /><BR /><b>Thema Sicherheit: In welcher Hinsicht?</b><BR />Felz: Einerseits im Sinne von sicheren Abstellplätzen: neben dem Ausbau frei zugänglicher Plätze auch durch die Errichtung von Einzel- und Sammelboxen. Diese wurden in den vergangenen Jahren bereits an zahlreichen Bahnhöfen und Bushaltestellen installiert und sind in der Regel videoüberwacht. Das Land unterstützt dabei sowohl Gemeinden als auch Private mit Förderbeiträgen. Weiters wird die Beleuchtung auf Radwegen aufgerüstet – so etwa auf der Strecke zwischen Bozen und Kaltern.<BR /><BR /><b>Spiegeln sich die Investitionen in den Zahlen zum Radgebrauch wider?</b><BR />Felz: Der Trend geht klar in Richtung Fahrrad. Immer mehr Südtiroler steigen um. Kürzlich waren wir für einen Lokalaugenschein im Passeiertal und selbst erstaunt darüber, wie viele Fahrräder so früh im Jahr schon auf dem Schulhof abgestellt waren.