Seit Dienstag hängen an der Fassade des Schulgebäudes in der Bozner Leonardo-Da-Vinci-Straße Leintücher mit Sprüchen.Darauf wird unter anderem eine „zeitgemäße Schule hier und jetzt“ gefordert. "Sind wir Schüler zweiter Klasse?", heißt es provokant. „Wir wollen damit einerseits auf die Situation der Schule aufmerksam machen und den Standpunkt der Direktbetroffenen – Schüler, Lehrkörper und Eltern – klar äußern“, schreibt Gunde Kompatscher von der Elterninitiativgruppe. Ja zur Generalsanierung, Nein zum Schulkomplex in der Vintler-Straße Gemeinsam mit der Schuldirektion spricht sich diese für eine „sofortige Generalsanierung“ des Gebäudes in der Leonardo-Da-Vinci-Straße und gegen den geplanten Schulkomplex in der Vintler-Straße aus. „Einerseits, weil die jetzige Aufschnaiter-Schule durch ihre Nähe zur Universität, zum Konservatorium und zur Dante-Alighieri-Schule eine strategische Lage innehat und dadurch übergreifende Projekte dieser vier Bildungseinrichtungen ermöglicht. Andererseits, weil der heutige Schulsitz verkehrstechnisch gut angebunden ist, wesentlich besser als die geplante Schule in der Vintlerstraße“, heißt es im Offenen Brief. Außerdem ermögliche eine Generalsanierung den Erhalt des historischen Gebäudes, das vom renommierten Münchner Architekten Wilhelm Kürschner geplant und 1904 als Realschule erbaut wurde.Eine Sanierung sei auch schneller und leichter realisierbar als ein Neubau. „Das heutige Gebäude ist in einem derart schlechten Zustand, dass die Schule nicht weitere zehn Jahre warten kann, bis ein Neubau am geplanten Standort entsteht. Mit einer solchen Zeitspanne ist bei einem Bauvorhaben wie diesem nämlich zu rechnen. Eine Totalsanierung des Schulgebäudes wäre in weniger als fünf Jahren möglich“, betonen Eltern und Schule. Auch die Kosten seien – angesichts schrumpfender Haushalte – zu berücksichtigen. Schule und Eltern verweisen außerdem auf Kubatur-Probleme in der Vintlerstraße und auf den kürzlich errichteten Kinderspielplatz, der dem neuen Schulbau weichen müsste. stol