„Strukturelle Mängel, fehlende Vereinbarungen zur Zusammenarbeit zwischen Sanitäts- und Sozialwesen, die fehlende Einbindung der Berufsverbände und Kammern in die Entscheidungen der Sozialpolitik und die Covid-Situation haben unzumutbare Arbeitsbedingungen geschaffen und die Attraktivität der Berufe noch verschlechtert“, heißt es in der Aussendung. <BR /><BR />Die Pandemie habe den Finger genau auf die Schwachstellen gelegt, die es schon länger gibt. „Die Gräben sind schon tief und die Situation ist verfahren. Müdigkeit und Resignation machen sich breit und die Frage wird lauter: Wer hilft den Helfenden?“ lautet das Fazit.<BR /><BR />Tag für Tag werde über die Auswirkungen von Covid im Bereich der Pflege und Betreuung berichtet – aus verschiedenen Perspektiven. Eine fehle aber – nämlich die Sicht der Mitarbeiterinnen selber „und eigentlich wären sie doch die Expertinnen im Bereich der Pflege und Betreuung“, heißt es in der Aussendung. In Südtirol werde das Sozialwesen noch immer nicht parallel mit dem Gesundheitswesen, wahrgenommen – mit fatalen Auswirkungen. <BR /><BR />Tatsache sei, dass die Bettenreduzierung in den Krankenhäusern und Altenheimen den territorialen Sozialdiensten das Genick breche. Die Covid-19-Pandemie treffe jetzt mit voller Wucht auf den Pflegenotstand und „die Lawine rollt unaufhaltsam weiter“, formulieren es die beiden Organisationen. <BR /><BR />Immer wieder habe man auf die Gefahr eines „Pflexits“ und den steigenden Druck auf Pflege- und Sozialfachkräfte hingewiesen. „Inzwischen befinden wir uns in einer Pattsituation, die sich auf die pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen und deren Angehörige genauso fatal auswirkt wie auf die Pflege- und Sozialfachkräfte selber“, so Landesverband der Sozialberufe und Berufskammer der Sozialassistentinnen. <BR /><BR />„Wir müssen diesen Teufelskreis unterbrechen, Pflege und Betreuung sicherstellen und diesen ,Krieg unter den Armen„ beenden, sonst werden wir auf beiden Seiten eine hohe Opferbilanz haben“, heißt es in der Aussendung. Dass es jetzt, wo die Situation am Limit sei, keine einfachen Lösungen gebe, liege auf der Hand. Aber es gehe nur gemeinsam „und nur mit Einbeziehung der Mitarbeiterinnen aus den Pflege- und Sozialberufen“.