Donnerstag, 23. Juli 2015

Aufstand im Ex-Hotel Alpi: Den Migranten ins Gewissen geredet

Sie benötigen Lebensmittel und beharren darauf, Dokumente zu erhalten: 130 Migranten haben im Ex-Hotel Alpi in der Nacht auf Donnerstag den Aufstand geprobt. Ein Ordnungshüter habe ihnen, so berichtet ein Zeuge, mit klaren Worten die Augen geöffnet.

Die Ordnungshüter mussten eingreifen. Foto: Marco Galateo
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Die Ordnungshüter mussten eingreifen. Foto: Marco Galateo

Es mangelt an alle Ecken und Enden. Lebensmittel sind knapp, vor allem Milch werde benötigt. Und natürlich fordern sie gültige Dokumente. Weil sich die im Ex-Hotel Alpi untergebrachten Flüchtlinge im Stich gelassen und nicht ausreichend versorgt fühlen, haben sie einen Aufstand angezettelt.

Laute Rufe gegenüber dem Volontarius-Helfer

"Sie schrien den Volontarius-Helfer über den Haufen, alles Männer jünger als 25 Jahre", so der Bozner Gemeinderat Marco Galateo, der die Szenerie beobachtet und fotografisch festgehalten hat. Doch etwa Milch sei laut Volontarius genügend vorhanden. 

"Aber auch Dokumente, wie Steuernummer, und die Möglichkeit um Asyl anzusuchen waren Forderungen, die lauthals vorgebracht wurden", berichtet Galateo. 

Sowohl Polizei als auch Carabinieri rückten gegen 0.40 Uhr aus, um die Situation im zur Unterbringung von Migranten umfunktionierten ehemaligen Hotel unter Kontrolle zu bringen und die laut schreienden, wütenden Protestierenden zu beruhigen. 

 

Sowohl Carabinieri als auch Polizisten waren im Einsatz. Foto: Marco Galateo

"Die Ordnungshüter haben gute Arbeit geleistet und sind menschenwürdig vorgegangen. Sie haben diese humanitäre Krise der letzten Nacht gut bewältigt", so Galateo.

"Vielen im Land geht es schlechter"

Einer der Carabinieri-Beamten sei ins Haus gegangen und habe die Tür hinter sich geschlossen. "Als er wieder herauskam, hat man ihn mit warmherzigen Gesten und einem Handschlag verabschiedet", berichtet der Gemeinderat. 

Der Mann habe den Flüchtlingen erklärt, dass derzeit auch viele Italiener auf der Straße leben würden und ums Überleben und vor allem um genügend Nahrung kämpfen würden. Die Flüchtlinge sollten auch dies beachten und unter diesen Umständen zufrieden sein, mit dem, was ihnen im Alpi geboten würde.

"Es war emotional, dies mit anzusehen und ich bin stolz und dankbar, dass es solchen Einsatz und auch die Courage dazu gibt", so Galateo.

stol/ker

stol