Sonntag, 12. November 2017

Aufwertungsprojekt für den "Dürerweg" beschlossen

Auf Einladung der Gemeinde Neumarkt, trafen sich am Freitag den 9.11.die Bürgermeister der Gemeinden entlang des Dürerweges, um die übergemeindliche Vereinbarung zur Aufwertung des sog. Dürerweges zu unterzeichnen.

Das übergemeindliche Aufwertungsprojekt des so genannten "Dürerweges" wurde am Freitag beschlossen.
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Das übergemeindliche Aufwertungsprojekt des so genannten "Dürerweges" wurde am Freitag beschlossen.

Das Projekt wurde im Jahr 2015 von einer Arbeitsgruppe Dürerwegkomitees unter dem Vorsitz von Walter Bazzanella ausgewählt, in welchem die Gemeinden und die Tourismusvereine vertreten sind. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf etwa 80.000 Euro, die Finanzierung übernehmen zu etwa 50% die sechs Gemeinden, 40% die Region und 10% sollen Sponsoren übernehmen.

Überschwemmung der Etsch begründete den "Dürerweg"

Der Architekt und Historiker Bruno Pedri war es, der 1994 genau fünfhundert Jahre nach Albrecht Dürers Reise beweisen konnte, dass das Etschtal damals überschwemmt war und Dürer somit gezwungen wurde, den bis dahin als „Semita Karoli“ bekannten Weg zu nehmen.

Bis ins letzte Jahrhundert hinein trat die Etsch, die vom Fluss Noce gespeist wurde, immer wieder über die Ufer und brachte Überschwemmungen. Die Häufigkeit der Überschwemmungen war der Grund dafür, dass Reisende immer wieder auf alternative Straßen ausweichen mussten, um Ziele wie Verona und Venedig zu erreichen.

Im Jahr 1494 trat der deutsche Künstler Albrecht Dürer seine erste Italienreise nach Venedig an. Das Etschtal mal wieder überschwemmt, und der Künstler war daher gezwungen, nach seinem Aufenthalt im Etschtal, vielleicht in Neumarkt, vorbei am Klösterle in Sankt Florian (erbaut im 12. Jahrhundert zur Beherbergung von Reisenden) auf den Weg von Laag (231 m) nach Buchholz auszuweichen.

Er kam durch die Schlucht des Laukenbachs und überquerte die so genannte Römerbrücke, nach Buchholz (Salurn) und stieg schließlich zum Sauchpass (915 m) hinauf. Hier ging er weiter zum Heiligen See (1220m) und begann nach Cembra, Faver und dem Schloss von Segonzano abzusteigen (hier entstanden seine berühmten Aquarelle) bis er schließlich die Erdpyramiden von Segonzano erreichte.

Dieser historische Pfad, heute bekannt als Dürerweg, lässt den Wanderer die eindrucksvollen Entdeckungen der einzigartigen Landschaft wieder erleben, die Reisende vor langer Zeit gemacht haben.

Teile des Projekts bereits 2018 umsetzen

Der Laager Ortsvorsteher, Andrea Olivetti, der das Treffen einberufen hatte, erklärte die Absicht, einen Teil des Projekts bereits innerhalb Frühjahr 2018 umsetzen zu wollen, um "den touristisch unterentwickelten Täler einen Impuls zu geben".

Der Weg sei bereits jetzt wegen seiner landschaftlichen Merkmale sehr beliebt, so Olivetti weiter. "wir möchten bei den Besuchern das Interesse wecken und sie dazu einladen, auch andere Etappen des Weges zu gehen und unsere schöne Landschaft im Lauf der verschiedenen Jahreszeiten zu genießen.“

stol

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