Um den prekären Wohnungsmarkt zu entlasten, geht Bozens Stadtregierung neue Wege. Am Donnerstag hat sie für zwei Gebäudekomplexe die Umwidmung von Büros in Wohnungen ermöglicht. Damit könnten weit über 100 neue Wohnungen entstehen.<BR /><BR /><BR />Die Änderungen für Durchführungspläne betreffen ein Anfang der 1980er Jahre gebautes Dienstleistungszentrum im Neubruchweg zwischen Drususallee, Palermo-, Mailand- und Reschenstraße, und ein Gebäude in Kaiserau: Dort werden 1.100 Kubikmeter, die bisher als Dienstleistungsflächen eingestuft waren, in Wohnraum für Einheimische umgewandelt. „Daraus entstehen 7 neue Wohneinheiten, die konventioniert und somit für die lokale Bevölkerung vorgesehen sind“, erklärte Konder. „Beide Beschlüsse betreffen gut erschlossene Gebiete. Es ist sinnvoll, dort bestehende Gebäude neu zu nutzen, um schnell und nachhaltig neuen Wohnraum zu schaffen.“ <BR /><BR /><BR />Beim Einkaufs- und Dienstleistungszentrum im Neubruchweg hat der Stadtrat mit seinem Beschluss die bisher geltende 25-Prozent-Obergrenze für Wohnnutzung aufgehoben, ohne eine neue mengenmäßige Beschränkung einzuführen. Die insgesamt umwidmbare Kubatur beträgt rund 26.000 Kubikmeter, was laut Konder etwa 120 bis 130 neuen Wohneinheiten entspricht. Auch hier wurde festgelegt, dass die Wohnungen für Einheimische konventioniert werden müssen. „Die beiden Planänderungen sind Teil der von der Stadtverwaltung verfolgten Strategie der Umwandlung von Gewerbeflächen, für die es auf dem Markt immer weniger Nachfrage gibt, in Wohnraum“, so Bürgermeister Claudio Corrarati. <BR /><BR /><BR />Im rund 62.000 Kubikmetergroßen Gebäudekomplex im Neubruchweg gibt es neben Wohnungen auch Dienstleistungen, Büros und Geschäfte. „Bereits jetzt liegen zahlreiche konkrete Anfragen für Umnutzungen vor“, betont der Vizebürgermeister. Die Eigentümer der gewerblich genutzten Flächen können nun die Umwidmung in Wohnungen bei der Gemeinde beantragen. „Ob dies möglich ist, wird im Einzelfall geprüft , da es für Wohnraum Auflagen gibt, etwa sanitäre Anlagen, Fenster und Brandschutz“, sagte Konder.<BR /><BR /><BR /><b>„Verfolgen klare Linie“</b><BR /><BR /><BR />Die Beschlüsse seien Teil einer klaren strategischen Ausrichtung der Stadtverwaltung. „Mit der Umwandlung in Wohnraum wird bestehende Bausubstanz aufgewertet, Bodenverbrauch vermieden und die Stadtentwicklung ausgewogener gestaltet“, so Konder, der als Stadtrat u.a. für Urbanistik zuständig ist. „Mit den Beschlüssen verfolgen wir eine klare Linie: Wir optimieren die Nutzung bestehender Gebäude, schaffen neue Wohnmöglichkeiten und fördern eine nachhaltige, sozial ausgewogene Stadtentwicklung.“