Der Ministerrat hat beschlossen, vorerst nicht offiziell auf das große Infrastrukturprojekt zu verzichten. Der Grund: Die Regierung müsste eine Geldstrafe von 300 Millionen Euro an die Unternehmen zahlen, die den Auftrag für den Brückenbau über die Straße von Messina erhalten haben – ein Hauptanliegen von Montis Vorgänger Silvio Berlusconi.Wegen der leeren Geldkassen beschloss der Ministerrat sich noch zwei Jahre Zeit zu nehmen, um die „Machbarkeit“ des Projekt zu überprüfen. 200 Millionen Euro hat der italienische Staat bereits zwischen 2001 und 2006 für die Planung der Brücke ausgegeben. „Der Beschluss, auf das Projekt nicht offiziell zu verzichten, ist von einer Technikerregierung unzumutbar, die Italien auf Sparkurs gesetzt hat“, kommentierte ein Sprecher der Umweltorganisation WWF.Die Kosten für die Hängebrücke mit 3,3 Kilometern Hauptspannweite wurden mit 8,5 Milliarden Euro beziffert. Den Zuschlag für den Bau der Brücke hatte das Konsortium „Eurolink“ unter der Leitung der Baugesellschaft Impregilo S.p.A. erhalten. Darin vertreten ist auch die japanische Gruppe IHI, welche die mit 1.991 Metern bisher längste Hängebrücke der Welt in Japan errichtet hat.Gegen den Bau der umstrittenen Brücke war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Demonstrationen von Grünen und Linksparteien gekommen. Ihnen geht es um Sicherheitsbedenken in dem erdbebengefährdeten Gebiet und einen vernünftigen Einsatz der Mittel: Statt Milliarden Euro für die Brücke auszugeben, sollte sich die Regierung für eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur auf Sizilien einsetzen. Die Regierung Monti hatte verkündet, aus Kostengründen auf die Brücke verzichten zu wollen.apa