Die endgültige Entscheidung wurde vor wenigen Tagen im Ministerrat in Rom getroffen. Umweltministerin Stefania Prestigiacomo hat sich für die Plastiktaschen-Revolution eingesetzt. Italien leistet damit der europäischen Norm EN 13432 Folge, nach der Nylontaschen nicht mehr hergestellt, vertrieben, verkauft, ausgegeben oder benutzt werden dürfen - auch und vor allem im Handel. Denn: Die Plastiktüten werden vielfach aus Erdöl produziert und sind beinahe unverwüstlich. Sie brauchen mehrere Jahrzehnte, um zu verrotten.Bereits im Finanzgesetz 2007 hatte Italien die EU-Norm umgesetzt und ein Verbot der traditionellen Plastiktasche erlassen. Seither wurde die Bestimmung dauernd aufgeschoben.Anfang Oktober 2010 bestätigte dann das Umweltministerium, dass das Verbot mit Jahresbeginn 2011 in Kraft treten sollte.Für neue Unsicherheit sorgte dann aber vor kurzem ein Passus im „Milleproroghe“-Dekret, der eine Übergangsphase bis 2012 vorsah: In dieser Zeit sollten die Plastiktaschen aus Nylon von den umweltfreundlichen Taschen abgelöst werden. Davon sind Italiens Politiker wieder abgekommen: Die neue Regelung gilt ab dem 1. Jänner 2011. Dann sind nur mehr biologisch abbaubare Taschen erlaubt.Nur noch Bio-TaschenDas bedeutet für den täglichen Einkauf: Stoff- oder Papiertaschen im Supermarkt kaufen oder am besten von zu Hause mitnehmen und wiederverwerten. Auch Taschen aus Jute werden in manchen Geschäften angeboten.Wer dennoch nicht auf die Plastiktasche verzichten will, dem wird eine Alternative geboten: die neue biologisch abbaubare Plastiktasche, die in Südtirol bereits in einigen Supermärkten, etwa der Kette „Coop“, angeboten wird. Sie gilt als umweltfreundlich, wenn auch als wenig resistent.hds: „Übergangsphase wäre sinnvoll gewesen“Der Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds) bemängelt das Verbot ab dem 1. Jänner. „Um diese große Umstellung ordentlich vorzubereiten und durchzuführen, wäre eine Übergangsphase sinnvoll gewesen, in der die noch im Umlauf vorhandenen alten Taschen hätten eingesammelt und die neuen Taschen eingeführt werden sollen“, so hds-Direktor Werner Frick. Der hds kritisiert die Tatsache, dass es derzeit noch keine Durchführungsverordnung gibt. Zudem hätte die Regierung vor Einführung noch eine großangelegte Informationskampagne geplant. Weiters gebe es Lieferschwierigkeiten bei den neuen Taschen. „Ob und wie scharf eventuelle Sanktionen zu befürchten sind, ist bisher auch nicht bekannt“, so hds-Experte und Verantwortlich für Umweltfragen im Verband, Gerd Locher. ba