<BR /><BR />Was lange währt, wird endlich gut – so hofft man jedenfalls nach zehn Jahren voller Diskussionen, Machbarkeitsstudien, Bauleitplanänderungen, Projektplanungen und Überarbeitungen auch beim Verein Kolpinghaus. Dessen Präsident Hubert Frenes stellte am Mittwoch mit den Architekten dem Gemeinderat das überarbeitete Projekt der neuen Heimstätte für die Theater der Stadt samt Wohnungen für Studierende vor – eine Idee, die der ehemalige Bürgermeister Roland Griessmair 2015 an den Kolpingverein herangetragen hatte. „Unser Ausschuss hat sie sofort aufgegriffen, weil sie gut in den sozialen, kulturellen und religiösen Auftrag Kolpings passt“, erklärte Frenes.<h3> Neuer Plan nach Kritik an zu kleiner Bühne </h3>Ein erstes Projekt von Architekt Friedrich Tasser war bereits 2021 vom Gemeinderat gutgeheißen worden und hätte unmittelbar umgesetzt werden sollen. Bürokratische Hürden verzögerten den Baustart, und die Kritik einiger Kulturvereine – unter anderem des Teatro Stabile – an der zu kleinen Bühne machte schließlich eine Überarbeitung notwendig. Die ursprünglich mit sechs Metern Breite, sechs Metern Tiefe und sieben Metern Höhe geplante Bühne ist nun mit neun Metern Breite, elf Metern Tiefe und 13 Metern Höhe projektiert, erläuterte Architekt Marco Bucci anhand der Pläne. Auch in entsprechende Technikräume hinter der Bühne sei investiert worden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1230009_image" /></div> <BR />Dies alles schlage sich auch in den gestiegenen Gesamtkosten von nun 18,3 Millionen Euro nieder, sagte Frenes. Der Theaterbereich allein koste 13,8 Millionen Euro, wovon 80 Prozent vom Land und 2,7 Millionen Euro von der Gemeinde getragen werden. Die 25 Wohneinheiten in den oberen Stockwerken werden zu 90 Prozent vom Amt für Hochschulförderung und zu zehn Prozent von Kolping finanziert.<h3> „Keine geeignete Struktur für große Veranstaltungen“</h3>Marco Pellizzari von „Per Brunico – Für Bruneck“ und Präsident des Kulturvereins „Il telaio“ bemängelte, dass der große Saal nur 149 Plätze biete. Der Platz an der Straßenkreuzung sei zwar begrenzt, doch so bekomme Bruneck ein neues Theaterhaus, habe aber weiterhin keine geeignete Struktur für größere Theater-, Konzert- oder Tanzaufführungen. Das Nobis sei dafür in vielerlei Hinsicht ungeeignet, das Michael-Pacher-Haus geschlossen.<BR /><BR />Die Sitzplätze seien ausreichend, entgegnete Jan Gasperi vom Stadttheater. Rückmeldungen aus anderen Städtetheatern in Südtirol sowie Trends außerhalb des Landes zeigten, dass kleinere Säle zunehmend bevorzugt würden. „Die Zeiten der großen Säle sind vorbei“, sagte Gasperi. „Aber es muss in die Technik investiert werden.“ Deshalb appellierte er an die Politik, das Theater von einem professionellen Team führen zu lassen: „Der Hausmeister kann nicht nebenbei das Licht machen.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1230012_image" /></div> <BR />In weiteren Wortmeldungen wurde das „schöne Theaterhaus“ begrüßt (Wilma Huber), die zu teuren Studentenwohnungen kritisiert (Bernhard Hilber) und die Schlägerung der Bäume östlich des Hauses bedauert (Maximilian Gartner). <BR />Das vorliegende Projekt ist bereits genehmigt, im nächsten Jahr soll das mittlerweile leer stehende Kolpinghaus abgerissen und mit dem Neubau begonnen werden.