Dienstag, 10. Juli 2018

Aus Tundo-Flop die Lehre gezogen

Die Landesregierung schreibt am Dienstag den Transport behinderter Schüler neu aus. Damit sich der Leidensweg mit der „Tundo Srl“ nicht wiederholt, kommt nur der reine Fahr-, nicht aber der Begleitdienst unter den Hammer. „Zudem zählt der Preis für den Zuschlag nur mit 20 Prozent, während die Qualität mit 80 Prozent bewertet wird“, betont Landesrat Philipp Achammer.

Die Landesregierung schreibt am Dienstag den Transport behinderter Schüler neu aus (Symbolbild).
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Die Landesregierung schreibt am Dienstag den Transport behinderter Schüler neu aus (Symbolbild). - Foto: © APA/AFP

Die Entrüstung war groß, als sich die „Tundo Srl“ aus Apulien im Sommer 2014 den Zuschlag für den Transport von Schülern mit Beeinträchtigung sicherte. Erstmals hielt im kleinen Südtirol der globalisierte Wettbewerb Einzug: Lebenshilfe und Arbeitsgemeinschaft für Behinderte (AfB), die diesen Dienst 30 Jahre lang erbracht hatten, blickten durch die Finger. Ein herber Schlag, denn immerhin ging es um einen Auftrag auf 4 Jahre um einen Preis von 8 Millionen Euro, den „Tundo“ damals um 400.000 Euro unterbot.

„Tundo“ wurde Dauerbrenner 

Damit war das Problem aber nicht vom Tisch. Vielmehr wurde „Tundo“ zum Dauerbrenner. Eltern beklagten sich über organisatorische Mängel am Dienst, Gehaltszahlungen für die Mitarbeiter blieben aus. Im Mai reichte es dem zuständigen Landesrat Philipp Achammer. Obwohl eine zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr möglich gewesen wäre, kündigte er den Vertrag mit „Tundo“ zum 31. August auf.

Am Dienstag entscheidet die Landesregierung über die Neuvergabe. Das neue Vergabegesetz ermögliche nun ein differenziertes Vorgehen. Ausgeschrieben wird nur mehr der Transportdienst. „Zumal es sich beim Begleitdienst um eine soziale, auf Beziehung mit den Schülern aufbauende Tätigkeit handelt, kann mit vereinfachtem Verfahren vergeben werden“, so Achammer. Im Klartext: Eine Vergabe per Einladung, bei dem die Lebenshilfe gute Chancen hat, ist möglich.

D/bv 

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol