Donnerstag, 23. November 2017

Ausgewiesen, aber immer noch im Land: bis jetzt

Er war bereits zweimal ausgewiesen worden, doch der Nigerianer O.A. hielt sich immer noch im Staatsgebiet auf. Jetzt wurde er von der Brixner Polizei an die Grenze gebracht. Ob das ausreicht, um ihn loszusein, wird sich zeigen.

Vielen straffällig gewordenen Einwanderern droht die Abschiebung. Konkret geschieht dies jedoch nur selten.
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Vielen straffällig gewordenen Einwanderern droht die Abschiebung. Konkret geschieht dies jedoch nur selten. - Foto: © APA/EPA

Er weiß wohl, wie man sich den Kontrollinstanzen und der Gesetzgebung möglichst geschickt entzieht. Der 33-jährige O.A. aus Nigeria jedenfalls hat sich länger in Italien aufgehalten, als ihm zugestanden wurde.

2008 auf Lampedusa gelandet, hat er den für viele typischen Weg nach Italien und weiter in den Norden des Stiefelstaates gewählt. Auf dem Weg blieb er nicht straffrei. Zahlreiche Einbrüche, Diebstähle, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Fahren ohne Führerschein, Dokumentenfälschung und dergleichen gehen auf das Konto des Asylantragstellers.

Den Antrag auf politisches Asyl selbst hatte O.A. 2009 gestellt. 2010 war er negativ beurteilt worden. Damit hätte der Migrant Italien verlassen müssen, tauchte aber unter. 

Zweifach ausgewiesen

Aufgrund der Straftaten wurde schließlich ein Ausweisungsbescheid gegen ihn verhängt; einmal im vergangenen Juli vom Präfekt in Modena, einmal vor einem Monat vom Bozner Quästor. Doch aus diese fruchteten nicht, bis O.A. nun von den Brixner Ordnungshütern der Staatspolizei aufgegriffen und an die Staatsgrenze gebracht wurde. 

Ob ihn das abhält, wieder nach Italien zurückzukehren, ist fraglich. Zwar muss O.A. mit einer Verhaftung rechnen, sollte er wieder aufgegriffen werden, doch dies scheint ihn in Anbetracht der gesetzlichen Lage und der rechtlichen Handhabe durch die Polizeigewalt wenig zu beeindrucken. 

Und er ist nicht der einzige. An die 100 Einwanderer, die sich allein in Südtirol aufhalten, müssten den Staat eigentlich schon verlassen haben (STOL hat berichtet). 

stol/ker

stol