Die zentrale Rolle der Gemeinden für die Entwicklung Südtirols unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher in seiner Ansprache beim Gemeindetag 2026. „Die Gemeinden sind das Fundament unseres Landes. Dort werden politische Entscheidungen unmittelbar für die Bürgerinnen und Bürger spürbar. Deshalb ist es wichtig, die Gemeinden finanziell gut auszustatten und bei ihren Aufgaben bestmöglich zu unterstützen, um die Zukunft Südtirols gemeinsam aktiv zu gestalten“, fasste Kompatscher zusammen. Die Gemeinden seien die bürgernächste Verwaltungsebene und damit entscheidend dafür, Vertrauen in die öffentlichen Institutionen zu stärken und Zukunftsprojekte erfolgreich umzusetzen. Dass starke, handlungsfähige Gemeinden gerade in Zeiten rascher gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen unverzichtbar seien, ergänzte Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller. Der Gemeindetag bot daher die Möglichkeit, voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an Lösungen für die Zukunft unserer Gemeinden zu arbeiten. <h3> Das sagen die Bürgermeister</h3>Doch wo drückt in Südtirols Gemeinden tatsächlich der Schuh? Für die Stadtgemeinde Leifers ist die Finanzierung derzeit ein großes Thema. „Energie- und Personalkosten sind gestiegen, gleichzeitig hat die Gemeinde den Stellenplan aufgestockt und Zulagen vorgesehen“, erklärt Bürgermeister Giovanni Seppi. Das bringe die Haushalte zunehmend unter Druck. Gerade in Städten qualifiziertes Personal zu finden, werde ebenfalls schwieriger. Seppi setzt deshalb auch auf künstliche Intelligenz: Bestimmte Standarddienstleistungen könnten künftig stärker automatisiert werden und so Personalressourcen freimachen.<BR />Handlungsbedarf beim Bürokratieabbau sieht hingegen Sterzings Bürgermeister Peter Volgger. Auch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden sei wünschenswert, um künftig Kosten zu senken. „Es gibt viel zu tun, packen wir es an“, so Volgger.<BR />Für die Bürgermeisterin von Lüsen, Carmen Plaseller, liegen die Herausforderungen vor allem bei den baulichen Aufgaben der Gemeinde. „Die größte Herausforderung ist es eindeutig, die vielfältigen Infrastrukturen instand zu halten“, sagt sie auf Nachfrage.<BR /> Auch für den Bürgermeister von Corvara, Roman Crazzolara, liegen die Herausforderungen nicht nur im Gemeindehaushalt. Ein zentrales Thema sei die Frage, wie leistbares Wohnen für die Jugend gesichert werden könne. „Gleichzeitig beschäftigen uns die Entwicklungen rund um den Bettenstopp sowie das zunehmende Verkehrschaos auf den Pässen.“