Der Papierausweis verliert seine Gültigkeit erst mit dem Ablaufdatum, das auf dem Dokument angegeben ist – allerdings mit Einschränkungen. <BR /><BR />In den Meldeämtern zahlreicher Gemeinden in ganz Italien war in den letzten Monaten die Hölle los: Sie wurden regelrecht von Bürgern gestürmt, die die elektronische Identitätskarte beantragten. Der Grund: Bis 3. August hätte jeder italienische Staatsbürger eine elektronische Identitätskarte sein Eigen nennen sollen. <BR /><BR />Wohl ahnend, dass es bis zum Stichtag nicht alle schaffen würden, hat der Ministerrat am Dienstag die Handbremse gezogen. Der Stichtag fällt ins Wasser. Es wurde beschlossen, dass der aktuelle Papierausweis seine Gültigkeit behält – bis zum Ablaufdatum, das auf dem Dokument angegeben ist. Die Pflicht, einen Termin für die elektronische Identitätskarte zu beantragen, bleibt jedoch bestehen. <BR /><BR />Einen Haken hat die Sache. Die Einführung der elektronischen Identitätskarte hat nicht der Staat beschlossen, sondern es handelt sich um eine EU-Verordnung. Ob der alte Ausweis nach dem 3. August daher auch im Ausland gilt, ist bislang unklar. <BR /><BR />Die EU-Regelung soll für einen höheren Sicherheitsstandard bei Personaldokumenten sorgen. Bei Papierausweisen fehlt u.a. eine maschinenlesbare Zone (MRZ), die für automatische Grenzkontrollen erforderlich ist. Daher wird die elektronische Identitätskarte Pflicht.<h3> Papierausweis im Ausland ungültig</h3>Gegenüber der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ meinte Simone Billi, Lega-Kammerabgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses für Italiener im Ausland: „Es ist wichtig klarzustellen, dass die Verlängerung ausschließlich auf nationaler Ebene gilt. Reisen ins Ausland sind nicht möglich.“ In einer offiziellen Mitteilung der Regierung hieß es zudem, dass die Gültigkeit nur für bestimmte Zwecke sowie gegenüber der öffentlichen Verwaltung und Anbietern öffentlicher Dienstleistungen bestimmt ist. <BR /><BR /> In Südtirol lief der Umstieg im Übrigen reibungslos ab. Laut Dominik Oberstaller, Präsident des Gemeindenverbandes, hätte man die Frist hierzulande ohne Probleme einhalten können.<h3> Die meisten haben den Ausweis schon ersetzt</h3>Dass die Ausstellung der elektronischen Identitätskarte in vielen Regionen Italiens schleppend voranging, hat auch Dominik Oberstaller, Präsident des Gemeindenverbandes, mitbekommen. In Südtirol ging der Umstieg von Papier auf Plastik jedoch reibungslos vonstatten. „Wir hätten die Frist vom 3. August ohne Weiteres einhalten können“, erklärt Oberstaller auf Anfrage.<BR /><BR /> Das Interesse unter den Südtirolern sei groß gewesen, da die elektronische Identitätskarte auch eine Reihe von Vorteilen mit sich bringe. Der Ausweis dient beispielsweise als digitale Identität, mit der Bürger online auf zahlreiche öffentliche Dienste zugreifen können – so kann er anstelle des SPID genutzt werden. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben dieses Angebot wahrgenommen“, weiß Oberstaller. <BR /><BR />Den Südtirolern, die noch einen Papierausweis besitzen, empfiehlt der Gemeindenchef: dranbleiben und den Umstieg nicht bloß wegen der neuen Regelung aufschieben. „Wer bereits einen Termin hat, sollte diesen natürlich wahrnehmen“, sagt Oberstaller. Und: Wer noch keinen hat, sollte so bald wie möglich einen machen. Gleichzeitig spricht Oberstaller den fleißigen Mitarbeitern in Südtirols Meldeämtern großes Lob für den reibungslosen Ablauf aus.