Samstag, 07. April 2018

Auto rast in Münster in Menschenmenge: 3 Tote

In Münster im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist am Samstag ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gerast. Entgegen ersten Informationen haben 3 und nicht 4 Menschen dabei ihr Leben verloren.

Rettung und Feuerwehr in der Innenstadt von Münster. -Foto: APA (dpa)
Rettung und Feuerwehr in der Innenstadt von Münster. -Foto: APA (dpa)

30 weitere Personen wurden verletzt, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Toten sei auch der Täter. Er habe sich selbst umgebracht. Zu den Hintergründen der Tat gab es keine gesicherten Erkenntnisse. 

Unübersichtliche Lage

Mehrere Medien schrieben unter Berufung auf Polizeikreise, dass es sich um einen Anschlag gehandelt haben soll. Die Polizei Münster betonte jedoch, dass die Lage „unübersichtlich” sei. In mehreren Tweets appellierte die Polizei, „bitte keine Gerüchte” und „keine Spekulationen” zu verbreiten. „Damit unterstützt ihr uns.”

Allerdings hieß es aus Sicherheitskreisen: „Das Szenario ist so, dass man einen Anschlag nicht ausschließen kann.”

Auto rast in Gruppe sitzender Menschen

Nach Informationen der „Westfälischen Nachrichten” raste das Fahrzeug am Samstagnachmittag in eine Gruppe sitzender Menschen in der Münsteraner Altstadt. Die Zeitung zitierte einen Feuerwehrsprecher, der von insgesamt etwa „50 Betroffenen” sprach.

Mehrere Rettungshubschrauber seien auf dem Weg in die Innenstadt. Das Zentrum der nordrhein-westfälischen Stadt wurde teilweise abgeriegelt. Die Polizei rief auf Twitter dazu auf, den Bereich - eine Gaststätte um den Bereich Kiepenkerl - zu meiden.

Die Polizei geht davon aus, dass die Gefahr gebannt ist. Es werde nicht nach weiteren Verdächtigen gesucht, sagte eine Polizeisprecherin am Samstagnachmittag. Es sei weiter unklar, ob es sich um einen Anschlag handle, betonte die Sprecherin. „Wir ermitteln in alle Richtungen.”

Bundesregierung spricht Beileid aus

Mehrere deutsche Spitzenpolitiker äußerten sich zu dem Vorfall. Die Bundesregierung sprach den Opfern und ihren Angehörigen ihr Beileid aus. „Furchtbare Nachrichten aus Münster”, schrieb die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Samstag auf Twitter. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.”

Justizministerin Katarina Barley (SPD) dankte auf Twitter den Rettungskräften. „Müssen alles tun, um Hintergründe der Tat aufzuklären”, schrieb sie. Dagegen ließ die Vize-Fraktionschefin der rechtspopulistischen AfD, Beatrix von Storch, erkennen, dass sie einen islamistischen Hintergrund der Tat vermutet. „WIR SCHAFFEN DAS!”, twitterte sie, ergänzt um ein Emoticon in Zornesröte, die vielzitierte Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise.

Erst am Freitagabend war in der ostdeutschen Stadt Cottbus ein Geländewagen in eine Fußgängergruppe gerast. 2 Menschen wurden dabei verletzt. Der Tatverdächtige soll unter Einfluss von Alkohol Polizisten beleidigt und rechtsgerichtete Parolen skandiert haben.

apa/dpa/ag.

stol