Dienstag, 16. Mai 2017

Autobahn-Sperre bei Schönberg: Tanklaster geborgen

Auf der Brennerautobahn in Nordtirol hat am Dienstagmorgen zwischen Schönberg und Matrei ein Gefahrengut-Lkw zu brennen begonnen. Besonders prekär: Der Tankwagen hatte Ammoniak geladen. Die Autobahn wurde in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, der Verkehr über die Brenner-Bundesstraße umgeleitet.

Auf der Brennerautobahn bei Schönberg ist ein Tanklaster in Brand geraten. - Foto: apa
Auf der Brennerautobahn bei Schönberg ist ein Tanklaster in Brand geraten. - Foto: apa

Kurz nach 8 Uhr begann der Lkw, der Richtung Süden unterwegs war, zu brennen und stand kurze Zeit später in Vollbrand. Laut Auskunft der Einsatzkräfte herrschte vorübergehend auch Explosionsgefahr. Die tschechische Lkw-Lenkerin konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Vom brennenden Lkw stiegen dunkle, dichte Rauchschwaden auf. Die Landeswarnzentrale empfahl zunächst allen Bewohnern in Schönberg, die Fenster geschlossen zu halten. Dann wurde diese Warnung wieder aufgehoben.

„Es handelt sich um eine 35-prozentige Ammoniaklösung mit der UN-Nummer 2672 (Kennnummer für gefährlichen Stoffe, Anm.)“, erklärte Stefan Thaler von der Landeswarnzentrale der APA. Unter anderem sei der Stoff ätzend und könne Haut, Augen und Atemwege schädigen, vor allem im Brandfall. Deswegen sei insbesondere im Nahbereich Vorsicht geboten, hieß es. Bei Hitzeeinwirkung könne der Druck im Behältnis steigen, somit bestand Explosionsgefahr.

Ätzendes Ammoniak gelagert

Mit einiger Mühe konnte der Brand endlich unter Kontrolle gebracht werden, anschließend begannen die Einsatzkräfte, den Lkw zu kühlen. Schwierigkeiten habe es mit der Wasserversorgung gegeben. Über ein Dutzend umliegende Feuerwehren seien nachalarmiert worden und brachten im Pendelverkehr mit Tanklöschwägen Wassernachschub.

Im Einsatz standen auch Polizei, Rettung sowie Mitarbeiter der Asfinag.

Spezialfahrzeuge für Bergung eingetroffen

Laut Asfinag trafen Dienstagvormittag Spezialfahrzeuge an der Unfallstelle ein, um Zugmaschine und Tankwagen zu bergen und zum Kettenanlegeplatz zu bringen. Zuvor müssten aber Experten der Feuerwehr über die weitere Vorgehensweise entscheiden, hieß es. Unter anderem darüber, ob die Ladung unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen umgepumpt werden müsse.

Die Behinderungen in Richtung Süden würden aus derzeitiger Sicht noch einige Stunden andauern. Nach dem Abtransport des Lkw folgten die Aufräumarbeiten. Zudem müssten die Schäden an der Fahrbahn begutachtet werden. Die Rückstaus waren „erheblich“ und reichten bis zum Brenner bzw. Innsbruck zurück.

stol/apa

stol