Freitag, 19. Juni 2015

Autofahren im Sommer: Das geht gar nicht

Zeig her deine Füße: Sandalen, Flipflops und Stöckelschuhe sind im Sommer beliebte Begleiter. Die Ordnungshüter sehen den luftigen Schuh allerdings weniger gern.

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Foto: © shutterstock

Um Flipflops, Sandalen und nackte Füße will sich der Staat nicht kümmern. „Spezifisches Schuhwerk, das am Steuer getragen werden sollte, schreibt die Straßenverkehrsordnung nicht vor“, weiß Wolfang Furggler. Sie bleibt lieber generell: „Wenn ich ein Fahrzeug steuere, muss ich jederzeit die vollständige Kontrolle über den Wagen haben, um auf alle Verkehrssituationen angemessen reagieren zu können“, fasst der Vizekommandant der Brunecker Stadtpolizei für STOL zusammen.

Fragen tun sich auf. Die größten davon lauten wohl: Was genau kann ich kontrollieren? Und wie sehen das die Beamten?

Wasser trinken am Steuer? Ein paar Schlucke könnten noch funktionieren. Essen? Wird schwieriger. Barfuß am Gaspedal? „Ich gehe davon aus, dass jeder Polizist hier sagen würde, dass du so keine Kontrolle über den Wagen mehr hast“, erteilt Furggler allen Freunden des Barfuß-Lenkens eine Absage. Dass der Staat generell bleibt, nützt in der Praxis also letztlich wenig.

Sommerliche Füße: Die Strafe wartet

Was dann passiert, lässt sich schnell erraten: Stellt ein Ordnungshüter bei einer Kontrolle fest, dass die Kontrolle über den Wagen nicht mehr gegeben ist – und unpassendes Schuhwerk kann durchaus der Grund für diese Annahme sein – werden, da wird die Straßenverkehrsordnung wieder konkret, 41 Euro fällig.

Plus: „Um weiterem Unheil vorzubeugen, kann der Ordnungshüter verlangen, dass der Lenker die Schuhe wechselt“, erklärt Furggler. Hat der Autofahrer keine passende Alternative auf der Rückbank liegen, könnte der Beamte den Lenker gar am Weiterfahren hindern. „Das hängt dann natürlich auch davon ab, wie weit noch gefahren werden soll und auf welcher Art von Straße, ob auf Landstraße oder Autobahn.“

Noch dicker kommt’s, wenn tatsächlich ein Unfall vorliegt. „Da stellt sich zudem das Problem mit der Versicherung“, weiß Furggler. Beispiel: Sollte ein Verkehrsteilnehmer auf einen Wagen mit Flipflops-Lenker auffahren, kann die Versicherung des Unfallverursachers laut dem Vizekommandanten der Brunecker Stadtpolizei trotzdem auf die Aufteilung der Unfallschuld pochen.

„Ein Sportschuh ist fürs Autofahren ideal“

Für Wolfgang Furggler ist die Sachlage deshalb klar: Mögen die Temperaturen auch noch so weit nach oben klettern, im Wagen ist Sommer-Feeling im Gaspedal-Bereich ein No-Go.

„Ein Sportschuh hingegen ist fürs Autofahren ideal“, sagt der Vizekommandant. „Ein lockerer, leichter Schuh, in dem man nicht schwitzt und in dem der Fuß nicht einschläft.“ Mit einem solchen Paar zum Wechseln kann dann jede Kontrolle kommen.

stol

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