Mittwoch, 20. Mai 2020

Autokonzerte gegen den Corona-Blues

Innovativ zeigen sich heimische Musiker in der Coronakrise. Wie das Tagbatt „Dolomiten“ am Mittwoch berichtet, will unter anderem die Band „Mainfelt“ ab Ende Juni Konzerte geben – und zwar Autokonzerte.

Autokonzerte wird es bald auch in Südtirol geben.
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Autokonzerte wird es bald auch in Südtirol geben. - Foto: © AFP / PETRAS MALUKAS
Knallhart getroffen hat das vermaledeite Coronavirus den Veranstaltungssektor: An Konzerte, Theaterinszenierungen, Tanzaufführungen oder gar Festivals ist derzeit nicht zu denken.

Geplantes musste kurzfristig ohne Wenn und Aber abgesagt werden, eine ganze Branche befindet sich nach wie vor in Schockstarre. So fiel auch die im Frühjahr geplante Tournee der Südtiroler Folk-Rocker „Mainfelt“ ins Wasser. „Zunächst haben wir die freie Zeit genossen, dann haben wir aber selbst die Krise bekommen, und schließlich haben wir damit begonnen, allen Widrigkeiten zum Trotz die Ärmel hochzukrempeln“, fasst Patrick Strobl, Frontmann und Sänger von „Mainfelt“, die merkwürdigen vergangenen Wochen zusammen.

Wie viele andere Musiker gaben sie zunächst Konzerte über Facebook, dann aber keimte in Strobl ein doch recht kühner Gedanke auf: Wenn man irgendwie annähernd das Gefühl eines echten Konzertes unter der Berücksichtigung aller Corona-Bestimmungen herstellen kann, dann wohl am ehesten mit Autokonzerten.

Ähnlich wie beim Autokino

Autokonzerte? Das läuft so ähnlich ab wie beim Autokino, wo die Zuschauer in ihren Autos einen Film ansehen, jedoch spielt auf der Bühne eine oder mehrere Bands. „Man muss dabei nicht mal die Scheiben offen lassen, sondern bekommt den Sound direkt auf das Autoradio übertragen und kann so auch die Lautstärke individuell regeln“, erklärt Strobl.

Möglich macht es eine eigene UKW-Frequenz. Nach vielen Vorgesprächen, unter anderem auch mit Kulturlandesrat Philipp Achammer, steht nun Südtirols erste Autokonzert-Tournee mit 7 bis 8 Terminen tatsächlich fest: Der Auftakt der „Südtirol Restart Tour“ ist für Ende Juni geplant, innerhalb von 2 bis 3 Wochen wird der Musikertross in mehreren Städten und Ortschaften für ein höchst außergewöhnliches Erlebnis sorgen. Spruchreif sind bereits Autokonzerte in Meran, Brixen, Bozen und Bruneck – bis zu 80 Autos sollten dabei Platz finden. Gefeilt wird nur noch an letzten Details.

„Für die gesamte Branche etwas bewirken“

„Es geht dabei nicht bloß um ,Mainfelt‘, sondern wir möchten für die gesamte Branche etwas bewirken“, sagt Strobl, der Ideator dieses musikalischen Novums in Südtirol. Konsequenterweise soll bei jedem dieser Autokonzerte ein bekannter Südtiroler Musiker mit eingebunden werden, das Spektrum reicht von der Deutschrock-Band „Stunde null“ aus Barbian über die bekannten Alleinunterhalter Michael Aster und Jason bis hin zu den Liedermachern Markus „Doggi“ Dorfmann und Sepp Messner Windschnur.

„Mal schauen, ob sich auch noch Norbert Rier und Philipp Burger an dieser Tournee beteiligen“, meint Strobl. Als Schlusspunkt und großes Finale „wäre ein Autokonzert mit allen Beteiligten im Bozner Safety Park cool“.

„Mainfelt“ haben eine große Fangemeinde und sind als Liveband eine Wucht, sie verbinden melodische Elemente mit rockigen Rhythmen und hymnischen Refrains, verbreiten so Euphorie und Lebensfreude. Es ist wohl genau jene musikalische Mixtur, die sich derzeit viele Leute sehnlichst herbeiwünschen.

d/az

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