<BR />Sie kündigt ein Verfahren an, mit dem der öffentliche Dienst „automatisch“ zu einem Inflationsausgleich kommt, der „wirklich ins Gehalt übergeht“.<BR /><BR />Das lange Warten hat ein Ende: Ab heute erhalten 44.000 Mitarbeiter beim Land, in der Sanität, Gemeinden, Bezirksgemeinschaften, bei Seniorenheimen, Kindergärten und Schulen ein inflationsangepasstes Gehalt mit Steigerungen zwischen 280 und 395 Euro brutto im Monat (13 Mal). Das entspricht einer Anpassung von 13,4 Prozent, die aber nicht alle gleichsam erhalten. <BR /><BR />„Die Beträge sind sozial gestaffelt. Niedrige Einkommen werden stärker berücksichtigt als hohe“, so Amhof. Ausbezahlt wird rückwirkend zum 1. Jänner 2025. Landesangestellte erhalten einen Lohnstreifen mit der Nachzahlung und einen weiteren fürs neue Gehalt; Lehrer an den Grund-, Mittel- und Oberschulen nur einen Lohnstreifen. Dabei könnte so mancher eine unliebsame Überraschung erleben. <BR /><BR />„Man fällt aufgrund der Nachzahlungen in eine höhere Steuerklasse und erhält aufgrund des Irpef-Steuerausgleichs am Jahresende geringere Beträge“, so Amhof. Es sollte also das Jänner-Gehalt abgewartet werden. „Allemal ist es eine bleibende Anpassung, die Luft in die Haushalte der Mitarbeiter bringt“, sagt die Landesrätin. Unterm Strich kostet die strukturelle Lohnanpassung im öffentlichen Dienst 250 Millionen Euro.<h3> Elf Berufsprofile aufgewertet</h3>„Vor 15 Jahren wollten alle zum Land. Heute sind wir ein Arbeitgeber wie jeder andere und müssen alles tun, dass Leute zur öffentlichen Hand kommen“, meint Amhofs Ressortchef Günther Burger. Dazu habe man elf Berufsprofile aufgewertet: Der Straßendienst wurde in eine höhere Funktionsebene eingestuft, was bis zu 4.634 Euro brutto mehr Lohn im Jahr bedeutet. Die Zulage für die Arbeitsinspektoren wurde angehoben, was sich für diese mit bis zu 8.858 Euro brutto mehr niederschlägt. <BR /><BR />Bei den Schulsekretariaten wirkt sich ein Plus von bis zu 70 Prozent bei der Zulage mit bis zu 10.739 Euro mehr im Jahr aus. Zudem winken im öffentlichen Dienst „Fringe Benefits“ wie das Jahresabo für die Öffis und man kann mehr Geld mit Nebentätigkeiten verdienen. Für 2026 stehen 110 Millionen Euro für ein reales Lohnplus im Bildungssektor von im Schnitt 400 Euro bereit. Nächste Woche sondieren die Gewerkschaften in einer Meinungserhebung, ob die Verhandlungen starten sollen.<BR /><BR />Alles schön und gut, meinen die Gewerkschaften. Allerdings bleibt die Inflation nicht stehen und im Haushaltsentwurf für 2026 sind neben den 110 Millionen für Lehrer nur magere 10 für Inflationsanpassungen vorgesehen. „Zehn Millionen reichen nicht“, stimmt Amhof zu. Sie will mit den Gewerkschaften ein Verfahren vereinbaren, das eine Art Automatismus bei der Inflationsanpassung vorsieht.<BR /><BR /> Das Trentino habe bereits ein System mit Anzahlungen und Ausgleich. Es wird keine Una-Tantum-Zahlung mehr geben. Der Inflationsausgleich soll „wirklich ins Gehalt übergehen“. Sobald Methode und Kosten feststehe „kann die Landesregierung im Nachtragshaushalt Gelder nachlegen“, so Amhof. <h3> Beim Land mit Nebentätigkeit unbegrenzt dazuverdienen</h3>Das Land hat seine Regelung für Nebentätigkeit gelockert. Wer einen Teilzeitvertrag von bis zu 50 Prozent hat, kann einer Nebentätigkeit nachgehen, auch über ein eigenes Unternehmen. In der Schule, im Kindergarten und in der Landwirtschaft ist dazu kein Teilzeitvertrag nötig, sofern es beim Beruf nützlich ist. „Wir finden keine Köche oder Kfz-Mechaniker mehr, die an den Berufsschulen unterrichten, wenn sie nicht gleichzeitig auch in einem Restaurant oder ihrer eigenen Werkstatt ohne Limit tätig sein können“, so Landesrätin Amhof. Dasselbe gelte für Kindergärtnerinnen, die z.B. bei der Sommerbetreuung mitarbeiten. <h3> Fix-Abos für die Öffis, kurzer Freitag, 200 Euro pro Übernachtung</h3>In der Privatwirtschaft ist das nur vereinzelt so, im öffentlichen Dienst haben hingegen alle Mitarbeiter kostenlos Anrecht auf das Fixpreis-Abo für den öffentlichen Nahverkehr. Wie Landesrätin Amhof betont, hat das Land den Nachmittag als Kernarbeitszeit abgeschafft. Am Freitag wird nur mehr bis zur Mittagszeit gearbeitet. Zudem können Essensgutscheine nicht mehr allein zu Mittag, sondern flexibel 24 Stunden am Tag genutzt werden. „Zum Beispiel am Abend bei einem Einkauf“, sagt Amhof. Im Außendienst können 40 Euro pro Mahlzeit und bis zu 200 Euro pro Übernachtung als Spesen abgerechnet werden.<h3> Leistungsgerechte Entlohnung</h3>„Mehr leistungsgerechte Entlohnung ist im öffentlichen Dienst schwierig“, so Amhof. Im letzten Jahr hat man dazu vor allem beim Lehrpersonal angesetzt. Zusatzstunden über den ordentlichen Lehrauftrag hinaus werden mit 25 Prozent mehr entgolten. Klassenvorstände erhalten für ihre Tätigkeit bis zu 230 Euro brutto im Monat mehr. Der Betrag für die Begleitung von Schülern (z. B. bei außerschulischen Tätigkeiten) wurde ab der 4. Stunde auf 5,60 Euro pro Stunde verdoppelt. Wer eine Klasse auf eine fünftägige Maturareise begleitet, kann im Gegenzug also mit rund 650 Euro rechnen, bestätigte gestern Ressortchef Günther Burger.