Es handelt sich bei den 5 Stellen um sogenannte POER. POER steht für „posizioni organizzative di elevata responsabilità“, also für organisatorische Positionen mit hoher Verantwortung. Für die Besetzung dieser Führungspositionen wurde ein internes Auswahlverfahren eingeleitet. Konkret handelt es sich um 3 Führungspositionen für „Personal“, „Verwaltung“ und „Akzisen, Zölle und Glücksspiel“ beim Amt für technische und allgemeine Dienste der Territorialen Direktion Trentino-Südtirol sowie um 2 organisatorische Positionen für „Überprüfungen und Betrugsbekämpfung“ und „Genehmigungen, Rechtsakte und Buchhaltung“ im Südtiroler Landesbüro für Akzisen, Zoll und Monopole. <BR /><BR />Während für 3 dieser Stellen in der Ausschreibung ausdrücklich die Bescheinigung über die Kenntnis der beiden Sprachen (Deutsch und Italienisch) auf C1-Niveau Voraussetzung ist und auch nur Funktionäre, die in den Südtiroler Ämtern tätig sind, zugelassen sind, gelten für die leitenden Stellen „Verwaltung“ und „Akzisen, Zölle und Glücksspiel“ andere Spielregeln. Hierfür ist kein Zweisprachigkeitsnachweis notwendig und die interne Ausschreibung richtet sich an alle Funktionäre, die staatsweit bei der Agentur für Zoll und Monopole beschäftigt sind. Die interne Ausschreibung des Wirtschafts- und Finanzministerium s läuft bis 10. März. <h3> Widerspruch gegen Autonomie</h3> Ein Unding, findet Tony Tschenett: „Ausgerechnet bei den hohen Funktionsebenen verlangt man den Nachweis nicht.“ Das widerspreche ganz eindeutig den Autonomiebestimmungen. „Hier müsste das Land intervenieren und Rekurs einlegen“, fordert er. Und findet: „Wenn wir hier schon so einfach unsere Autonomiebestimmungen aushebeln lassen, brauchen wir uns in Rom gar nicht um die Rückholung verlorener Kompetenzen bemühen“, giftet er. Die Stellen beim Zoll seien dabei ja kein Einzelfall, „man denke nur an das Fürsorgeinstitut NISF/INPS“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68787197_quote" /><BR />Das sieht auch der Freie Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber so: „Wie glaubwürdig sind wir Südtiroler eigentlich noch, wenn wir gegenüber Rom die Wiederherstellung der Autonomie einfordern und gleichzeitig in Südtirol die Basis des Minderheitenschutzes rund um Zweisprachigkeit und Proporz völlig vernachlässigen?“ Ob und was das Land dagegen zu unternehmen gedenkt, das will er bei der März-Sitzungswoche des Südtiroler Landtages in der aktuellen Fragestunde von der Landesregierung wissen.