<b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR />Die 53-jährige Augsburgerin Silvia Nowak, deren verkohlte Leiche am Freitag in einem Wald von Ogliastro Marina südlich von Neapel entdeckt wurde, ist mit Messerstichen getötet worden. Danach wurde ihre Leiche in Brand gesetzt. Die Obduktion liefert wichtige Anhaltspunkte für die Ermittler. Sie gehen davon aus, dass Silvia, die seit Jahren mit ihrem deutschen Ehemann in der süditalienischen Badeortschaft lebte, kurz nach ihrem Verschwinden am vergangenen Dienstag ermordet wurde.<BR /><BR />Am rechten Handgelenk wurden Frakturen festgestellt. Dies könnte ein Beweis sein, dass sich die Frau bei einem Angriff zur Wehr gesetzt hat. Auch Schädelfrakturen gingen aus der fast vierstündigen Autopsie im Krankenhaus der Stadt Agropoli hervor. Außerdem wies die stark verweste Leiche Verletzungen auf, die auf Bisse wilder Tiere zurückzuführen seien. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1087176_image" /></div> <BR /><BR />Geprüft werden die Aufnahmen von Videoüberwachungskameras in unmittelbarer Nähe des Hauses am Meer, in dem das Opfer lebte. Die im Fall ermittelnden Staatsanwälte hoffen auf Aussagen von Zeugen, die etwas Nützliches für die Untersuchung beobachtet haben könnten. Vermutet wird, dass Silvias Leiche zu einem späteren Zeitpunkt an den Ort gebracht worden war, wo sie entdeckt wurde. Brandspuren, die in der umliegenden Vegetation gefunden wurden, deuten darauf hin, dass der Mörder versucht haben könnte, die Leiche zu verstecken. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1087179_image" /></div> <BR />Die Reste N.s lagen rund 150 Meter vom Haus der Frau entfernt in einem Pinienwäldchen. Das Opfer wurde von Einsatzkräften entdeckt, die gemeinsam mit Freiwilligen das Gebiet nach Spuren durchkämmt hatten. Bei der Suche kamen auch Drohnen und Spürhunde zum Einsatz.<BR />Die im Fall ermittelnden Staatsanwälte haben erneut den 62-jährigen Ehemann Silvias ausführlich befragt. Der Mann, der die Leiche der Frau identifizierte, wird nicht des Mordes verdächtigt. Er wurde durch die von den Kameras aufgezeichneten Bilder entlastet: Er schlief, während die Frau das Haus verließ. Gegen den Mann lagen keine Klagen wegen häuslicher Gewalt vor.<BR /><BR />Silvia Nowak wurde zuletzt vor einer Woche von der Überwachungskamera eines nahe gelegenen Hauses gesehen. Sie hatte ihre Villa ohne ihre Brieftasche und ihr Mobiltelefon verlassen und hatte lediglich einen Hundenapf in der Hand. Nowaks war als Tierliebhaberin bekannt und hatte sich in den vergangenen Jahren um streunende Hunde in der Gegend gekümmert. Sie sei eine Liebhaberin der Natur gewesen und habe vor Jahren mit ihrem Mann beschlossen, sich in der Gegend niederzulassen. „Sie war eine Frau von Kultur, die wir alle vermissen werden“, sagte Anwalt Carbone.