Die junge Frau aus Traversetolo in der Provinz Parma war im April wegen des vorsätzlich geplanten Mordes an ihrem zweiten Kind zu 24 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der zweite Sohn war am 7. <BR />August 2024 zur Welt gekommen. Nach Auffassung des erstinstanzlichen Gerichts fehlten ausreichende Beweise dafür, dass das erste Kind lebend geboren worden war. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen an ihrer Position fest und fordert außerdem, in beiden Fällen den Tatbestand der Beseitigung einer Leiche anzuerkennen. <BR /><BR />Das erstinstanzliche Urteil hatte den Umgang mit der Leiche des zweiten Kindes dagegen als den weniger schwerwiegenden Tatbestand der Verbergung einer Leiche eingestuft. Mit der Berufung will die Staatsanwaltschaft damit erreichen, dass die Verantwortlichkeit Petrolinis auch im Zusammenhang mit dem ersten Kind anders bewertet wird und die rechtliche Einordnung des Umgangs mit den beiden Leichen korrigiert wird.<BR /><BR />Die Angeklagte war beschuldigt worden, zwei Neugeborene, die sie am 12. Mai 2023 und am 7. August 2024 zur Welt gebracht hatte, getötet und anschließend im Garten des Elternhauses vergraben zu haben. Der Fall war im August 2024 bekannt geworden, als der Familienhund in dem Garten einen leblosen Säugling freilegte. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich die junge Frau mit ihren Eltern in New York auf. Nach ihrer Rückkehr räumte sie eine Schwangerschaft ein. Bei weiteren Ermittlungen entdeckten die Carabinieri später die Überreste eines zweiten Neugeborenen.<BR /><BR />Nach den Ergebnissen der gerichtlich angeordneten Obduktionen wurden beide Kinder lebend geboren. Der Tod des Erstgeborenen stehe im Zusammenhang mit einer Blutung infolge des Durchtrennens der Nabelschnur. Weder die Familie noch der Freund von Chiara Petrolini hatten die beiden Schwangerschaften bemerkt. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte der Angeklagten, schuldfähig und verhandlungsfähig zu sein, beschrieb sie jedoch als emotional distanziert und psychisch belastet. Seit Beginn des Verfahrens stand Petrolini unter Hausarrest, zuletzt überwacht mit einer elektronischen Fußfessel. Das Gericht sah zudem Risiken für weitere ähnliche Taten als gegeben an.