Die Schwurgerichtskammer in Parma sprach die 22-Jährige zugleich vom Vorwurf des Mordes am erstgeborenen Kind frei. Petrolini muss die Prozesskosten übernehmen und ihren Ex-Freund, Vater der Neugeborenen, und dessen Eltern entschädigen.<BR /><BR />Das Gericht traf die Entscheidung nach rund drei Stunden Beratung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 26 Jahren gefordert. Zudem wurde einer der Anklagepunkte neu bewertet: Im Fall des zweiten Kindes stuften die Richter den Vorwurf der Leichenvernichtung in das weniger schwere Delikt der Leichenverbergung um.<BR /><BR />Die Angeklagte war beschuldigt worden, zwei Neugeborene, die sie am 12. Mai 2023 und am 7. August 2024 zur Welt gebracht hatte, getötet und anschließend im Garten des Elternhauses vergraben zu haben. Der Fall war im August 2024 bekannt geworden, als der Familienhund in dem Garten einen leblosen Säugling freilegte. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich die junge Frau mit ihren Eltern in New York auf. Nach ihrer Rückkehr räumte sie eine Schwangerschaft ein. Bei weiteren Ermittlungen entdeckten die Carabinieri später die Überreste eines zweiten Neugeborenen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305570_image" /></div> <BR /><BR />Nach den Ergebnissen der gerichtlich angeordneten Obduktionen wurden beide Kinder lebend geboren. Der Tod des Erstgeborenen stehe im Zusammenhang mit einer Blutung infolge des Durchtrennens der Nabelschnur. Weder die Familie noch der Freund von Chiara Petrolini hatten die beiden Schwangerschaften bemerkt. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte der Angeklagten, schuldfähig und verhandlungsfähig zu sein, beschrieb sie jedoch als emotional distanziert und psychisch belastet. Seit Beginn des Verfahrens stand Petrolini unter Hausarrest, zuletzt überwacht mit einer elektronischen Fußfessel. Das Gericht sah zudem Risiken für weitere ähnliche Taten als gegeben an.<BR /><BR />Während der Verhandlung war auch der Ex-Freund anwesend. Chiara Petrolini verfolgte regungslos die Verlesung des Urteils Anschließend verließ sie den Gerichtssaal, der mit Journalisten sowie Freunden der Familie und Bürgern gefüllt war, begleitet von den Carabinieri. Die 22-Jährige steht seit September 2024 unter Hausarrest.