<b>von Hildegard Kröss</b><BR /><BR />„Abgesehen davon, dass es mir um die Bienen leid tut, ist es einfach frustrierend, dass die Arbeit von vielen Stunden in kurzer Zeit zerstört wird“, sagt Hannes Göller, der Besitzer der Bienenstöcke, die ein Bär in der Nacht auf den letzten Montag gerissen hat. <BR /><BR />Er hatte seine Bienenstöcke gerade am Abend vorher beim Derflerhof in Windlahn aufgestellt, als ein Bär in der gleichen Nacht kam. Er hinterließ ein Bild der Verwüstung.<h3> „Man fühlt sich nicht mehr sicher“</h3>„Es schaute aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte“, sagte Gebhard Aichner. Es sei schon sehr beunruhigend zu wissen, dass der Bär so nahe an das Haus herangekommen sei. „Wir haben 2 Enkelkinder im Alter von 2 und 6 Jahren und die lassen wir nicht mehr allein aus dem Haus; man fühlt sich einfach nicht mehr sicher“, sagt er.<BR /><BR />Der Schaden ist groß, handelt es sich bei den zerstörten Bienenständen doch um eine hochwertige Apidea-Königinnenzucht. „Das sind Kästchen mit jeweils einer Bienenkönigin und einem kleinen Bienenvolk. Sie werden zur Produktion von Reinzuchtköniginnen verwendet“, sagt Hannes Göller, der hauptberuflich Imker ist und fast 10 Jahre Obmann der Sarner Imker war. Insgesamt 16 Königinnen mit ihrem Völkchen wurden zerstört. <h3> Umzäunung oft schwierig</h3>Mit einer Schadenersatzzahlung vom Land sei nicht zu rechnen, da der Bienenstand noch nicht eingezäunt war. „Alle Bienenvölker einzuzäunen ist ein Riesenproblem und ein großer Aufwand“, sagt Hannes Göller, der insgesamt 15 Bienenstände hat. „Sie stehen ja vielfach in steinigem Gelände oder auf Böschungen, wo eine Umzäunung schwierig ist“, sagt er. Wenn es so weitergehe, müsse man auf andere Gegenden ausweichen und vielleicht die Produktion von Waldhonig zurückfahren. <BR /><BR />Vertreter des Forstamtes Sarntal waren vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage „Es war eindeutig ein Bär; das konnte man an den Krallenspuren bei den Kästen sehen“, sagte Simon Stauder, Forstoberaufseher der Forststation Sarntal. Man habe DNA-Proben mitgenommen, ob diese auch brauchbar seien, müsse man allerdings erst sehen.<h3> „Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es M 75“</h3>Im Amt für Jagd und Fischerei weiß man von dem Vorfall „Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Bären um M 75, der bereits zum zweiten Mal im Sarntal überwintert hat“, sagt Günther Unterthiner, Abteilungsdirektor vom Forstdienst. Dass weitere Bären im Sarntal unterwegs seien, davon wisse man nichts. Allerdings sei es ungewöhnlich, dass sich ein Männchen längere Zeit alleine in einem Gebiet aufhalte.