Montag, 07. Oktober 2019

Bär verfolgt Wanderer

Wie groß die Gefahr ist, die von Großraubtieren ausgeht, zeigte sich einmal mehr am vergangenen Samstag im Trentino: Ein Bär verfolgte einen Wanderer und ließ 10 Minuten lang nicht mehr von ihm ab. Erst, nachdem ein Jäger dem Mann zu Hilfe geeilt kam, verzog sich der Bär wieder.

D Eine Begegnung mit einem Bären wird ein Wanderer im Trentino wohl nie vergessen.
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D Eine Begegnung mit einem Bären wird ein Wanderer im Trentino wohl nie vergessen.

„Diese Begegnung mit dem Bären werde ich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen. In den 10 Minuten habe ich nochmals mein Leben Revue passieren lassen und mit dem Leben abgeschlossen. Dann kam aber ein Schutzengel in der Gestalt eines Jägers des Weges“, erzählte Gianmaria Lupis (47) aus Bergamo der Trentiner Tageszeitung „L’ Adige“.

Der Reihe nach: Am vergangenen Samstagvormittag hatte sich Gianmaria Lupis, dessen Frau aus Spormaggiore oberhalb Mezzocorona stammt und wo das Paar ein paar unbeschwerte Tage verbringen wollte, mit den Nordic-Walking-Stöcken Richtung der Örtlichkeit Benon oberhalb Spormaggiore zu einem Waldspaziergang aufgemacht. „Bereits kurze Zeit später sehe ich in rund 100 Metern Entfernung einen Bären auf dem Wanderweg. Aus sicherer Entfernung habe ich ihn fotografiert und dann sofort kehrtgemacht“, so Lupis.



Bereits nach wenigen Schritten merkte er, dass der Bär ihn verfolgt. „Ich begann zuerst schneller zu gehen, dann zu laufen, aber er ließ nicht ab. Ich habe Lärm gemacht, geschrien, ich bin in den Wald hinein und wieder heraus. Ich versuchte, nicht in Panik zu verfallen, aber das ist leichter gesagt als getan“, erzählt Lupis. Plötzlich umkreiste ihn der Bär in wenigen Metern Entfernung, fixierte den Mann mit den Augen. „Er war 2 Meter von mir entfernt. In diesem Moment dachte ich, dass er mich attackiert. Ich muss aber auch sagen, dass sich der Bär nie auf die Hinterläufe gestellt hat.“

Als letzten Ausweg will sich Lupis der Feigen im Rucksack entledigen. „Ich dachte mir, vielleicht lockt ihn der Geruch der Feigen an. Aber um mein Ende zu dokumentieren, habe ich zunächst noch das Handy gezückt und gefilmt. In dem Moment sehe ich den Schatten eines Jägers mit seinem Hund. Mein Schutzengel“, sagt er. 2 Männer und ein Hund dürften den Bären dann doch abgeschreckt haben. Dieser flüchtete aber nicht, sondern trollte sich nur langsam.

d