1999 wurden erstmals Bären in der Region ausgesetzt – damit wurde das Life-Ursus-Projekt gestartet. Ein Bär ist vor zwei Wochen im Raum Sterzing/Wipptal gesichtet worden, ein weiterer vor zwei Wochen im Raum Eppan, eineram14. und 15.Mai in Pederü im Gadertal und einer am 24. Mai im Raum Sexten.Der Sextner Bär pendelt zwischen Osttirol und Südtirol hin und her. In Villgratten hat er gleich zwölf Schafe gerissen, berichtet der stellvertretende Amtsdirektor für Jagd und Fischerei, Giorgio Carmignola. Bei den vier Bären handelt es sich durchwegs um männliche Exemplare im Alter von höchstensdreieinhalb Jahren, also noch keine erwachsenen Tiere.Erst mit fünf Jahren gelten Braunbären als erwachsen. Um eine Population aufzubauen, müssen auch Bärinnen die Südtiroler Wälder aufsuchen. Jener Bär, der im Gadertal in die Fotofalle getappt ist, stammt aus Slowenien. Das haben die DNA-Untersuchungen ergeben, sagt der Geschäftsführer des Jagdverbandes, Heinrich Aukenthaler. Für das Bärenprojekt sei dies nur ein Vorteil, weil es sonst im Trentino zu einer Inzucht käme. Laut Carmignola haben die pelzigen Gesellen heuer in Südtirol bisher fünf Schafe und eine Ziege gerissen sowie drei Bienenstände ausgeräumt. Klingt nach viel, aber heuer haben die Raubtiere viel weniger Schaden angerichtet als 2008 und 2007, sagt Carmignola. Auch im Trentino wurden heuer deutlich weniger Schäden gemeldet als in vergangenen Jahren. Nach Südtirol gelockt wurden die vier Bären heuer vom eher strengen Winter. Der viele Schnee hat zahlreiche Wildtiere geschwächt – sie wurden damit zur leichten Beute für Meister Petz.Filippo Zibordi vom Büro des Naturparkes Adamello Brenta glaubt, dass die Bären wegen dieser großen Anzahl von potentiellen Beutetieren auch weniger Schäden verursacht haben. Sie waren nämlich nicht gezwungen, die Wälder zu verlassen.hof