Helga Pernthaler Wwe. Mair, herzlich, offen und verständnisvoll, lebt auf dem Tschiffnar-Hof in Latzfons – einem Ort, der für sie zugleich Heimat, Aufgabe und Halt geworden ist. 1975 als eines von sechs Kindern auf dem Stillehof in Tötschling bei Brixen geboren, wuchs sie in einfachen, aber wertvollen Verhältnissen auf. Ihre Kindheit war schön, auch wenn das Leben oft beschwerlich war. „So hot man glernt, die Sochn, de man heint hot, a mehr zu schätzen. Oft isches besser, wenn man net zu viel verwöhnt werd.“ Nach der Mittelschule arbeitete Helga als Köchin – zuerst für die Klosterfrauen in Pairdorf, später in einem Altersheim in Brixen. <h3> „Es hot oanfoch gepasst!“</h3>Mit 17 lernte sie auf einem Fest in Latzfons den Josef kennen. „Es hot oanfoch gepasst!“ Josef, damals 24, arbeitete im Straßenbau, der Tschiffnarhof gehörte damals noch seinem Onkel, mit dem die ganze Familie dort lebte. Am abgelegenen und steilen Tschiffnar-Hof wurden Schafe, Ziegen und ein paar Kühe gehalten, alles für den Eigenbedarf. Als der Onkel den Hof an Josef übergab, zog Helga voller Freude mit ihm ein. <BR /><BR />Sie beschreibt Josef als einen geschickten, feinen, kinderliebenden Mann. Umso größer war die Freude, als 1999 ihre Tochter Sarah das Licht der Welt erblickte. Das alte Haus wurde liebevoll umgebaut – und Josef war überall mit Herz und Hand dabei. Am 5. Juli 2002 wurde geheiratet, Helga war wieder schwanger – für die kleine Familie begann gerade erst ein neues Kapitel. Doch nur zwei Monate später wurde dieses Glück zerstört, Josef verunglückte tödlich bei einem Autounfall. Helga stand plötzlich alleine da – mit Schulden vom Hausbau, einer dreijährigen Tochter und einem ungeborenen Kind. „Do kimp man in an Radl inni und schaug lei mehr, dass man funktioniert.“ <h3> Kinder waren ihre größte Kraftquelle</h3>Ihre größte Angst galt dem Ungeborenen. Zum Glück kam Felix gesund zur Welt. Die folgenden Jahre verlangten Helga alles ab. Sie erhielt große Unterstützung von ihrer Familie, von Freunden und Nachbarn. Ihr Vater zog erstmal zu ihr auf den Hof, half bei der Arbeit und wurde für die beiden Kinder die Vaterfigur, die sie so dringend brauchten. Helga selbst war tatkräftig und mutig, doch sie wusste auch, wo ihre Grenzen lagen, besonders in den steilen Feldern. „Viele moanen, dass a Frau alloan a olls schoffn konn, obr af an Hof braucht man onfoch an Monn drzue!“ Dankbar nahm sie jede helfende Hand an. <BR /><BR />Ihre größte Kraftquelle waren stets die Kinder. Für sie wollte sie den Hof bewahren, ihnen Wurzeln und Heimat geben. Und das gelang: Sarah und Felix helfen heute selbstverständlich am Hof mit. Die Liebe zu den Tieren hat Helga weitergegeben – besonders an Sarah. Heute führt Helga den Hof weiter, ihr neuer Partner hilft ihr dabei. Helga übernimmt die täglichen Arbeiten am Hof und kümmert sich um das Vieh. Sie genießt aber auch die stillen Momente am Hof, die ihr Ruhe schenken. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1293816_image" /></div> <BR /><BR />Im Dorf sieht man sie seltener, doch sie liebt die Musik und geht gerne abends tanzen, ein Stück Freiheit und Lebensfreude. Helga ist überzeugt: Gemeinschaft, Zusammenhalt, füreinander da sein – darauf kommt es an. Diese Werte haben sie getragen und lassen sie heute dankbar auf alles blicken, was sie trotz schwerer Schicksalsschläge geschafft hat. „Bleibts stark und gebt nia auf. A Bäuerin trogt oft mehr, als man sieht – an Hof, a Familie und ihr eigenes Herz. Und genau des macht ins stark.“