„In einer App können sie virtuell entscheiden, welche Bäume gefällt und welche stehen bleiben sollen“, so Projektinitiator Marco Mina. Anschließend gibt die App unmittelbar Feedback darüber, wie sich die getroffene Entscheidung auf den Zustand des Waldes auswirken würde. Am Freitag wurde das Marteloskop offiziell eingeweiht.<BR /><BR />Rund ein Hektar misst die Versuchsfläche des neuen Marteloskops auf Kohlern. Der ausgewählte Standort ist typisch für die Wälder Südtirols und weist eine große Artenvielfalt auf: Es handelt sich um einen Mischwald, in dem Fichte und Waldkiefer vorherrschen. Im betroffenen Gebiet hat das Forscherteam der Eurac jeden Baum untersucht und durchnummeriert. <BR /><BR />Die wichtigsten Eigenschaften der Bäume, die für die Übungszwecke notwendig sind, wurden dokumentiert: darunter nicht nur die Art des Baumes, der Durchmesser und seine Höhe, sondern auch der potenzielle Marktwert seines Holzes. Die gesamten Daten wurden anschließend in eine App übertragen. <BR /><BR />„Hier kann man nun in die Rolle von Forstfachleuten schlüpfen und entscheiden, welche Bäume gefällt werden und welche stehen bleiben sollen“, erklärte Projektinitiator Marco Mina, der am Institut für alpine Umwelt der Eurac forscht. „Die Auswahl und somit auch das Fällen der Bäume erfolgt jedoch ausschließlich virtuell in der Übungssoftware.“ Nach jeder Übung werden die Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen unmittelbar sichtbar. <BR /><BR />Derartige Marteloskope sind in den 1990er-Jahren in Frankreich entstanden und befinden sich heutzutage in vielen europäischen Ländern. Sie dienen als praxisnahe und dauerhafte Übungsflächen. Nun gibt es auch in Südtirol einen Standort. Wie Mina erzählt, richtet sich das Angebot der Eurac nicht nur an Forstfachleute, sondern auch an Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie andere Interessierte.