„Laut aktuellem Stand der Planungen und anders als offiziell kommuniziert, ist zwischen Sigmundskron und Untermais eine komplett neue, 2-gleisige Bahntrasse vorgesehen“, sagte deren Sprecher Kurt Hafner im Anschluss in einer Pressekonferenz – und forderte diesbezüglich eine ehrliche Kommunikation der Verantwortlichen, „statt die Betroffenen im Unklaren zu lassen“. Und zur Wahrheit gehöre eben auch, dass damit Bahnhöfe, Viadukte und MeBo-Brücken neu errichtet und unzählige Infrastrukturen wie etwa Abwasserleitungen verlegt werden müssten. <h3> Neubau als „übertrieben“ abgestempelt</h3>„Der angestrebte Neubau ist aus unserer Sicht übertrieben, deutlich zu groß dimensioniert und viel zu teuer“, so Hafner. Die vom Mobilitätsressort kolportierten Baukosten von 300 Millionen Euro entsprechen laut Hafner „nicht ansatzweise den tatsächlichen Kosten des gesamten Projektes“. Es „mag sein, dass ein Kilometer Bahnstrecke rund 10 Millionen Euro kostet – und das dürften auch die Kosten sein, die der Bahnstreckenbetreiber RFI übernimmt. Doch die Folgekosten für neue Brücken etc. – wer bezahlt die?“, gab Hafner zu bedenken. Realistischer seien Gesamtkosten von rund einer Milliarde Euro, so Hafner. <BR /><BR />Zur Wehr setzen sich die Landwirte und Grundbesitzer aber vor allen Dingen deswegen, weil bei der neuen Trassierung nicht nur für die Gleise ihr Kulturgrund herhalten muss, sondern weil die Trasse ihre Grundstücke mancherorts regelrecht durchschneiden würde und Restflächen übrig blieben, die nicht mehr bewirtschaftbar seien. Das alles, so der Tenor, für ein Projekt, „das in dieser Form keinen Mehrwert für die Bevölkerung im Etschtal bringt“. Ihren Gegenvorschlag – ein zweites Gleis entlang der bestehenden Trasse – brachten Hafner, die Bezirksbauernräte Hannes Dosser und Oswald Karbon sowie Dominik Bachmann (Bauernjugend Terlan) gestern auch in der Anhörung vor.