Donnerstag, 26. Februar 2015

Bahnpolizisten als Lebensretter im Zugtunnel

Fünf Flüchtlinge aus Afrika hätten ihren verzweifelten Versuch, von Bozen aus entlang der Brennerbahnstrecke zu Fuß nach Norden zu gelangen, beinahe mit dem Leben bezahlt, wenn sie nicht rechtzeitig von der Bahnpolizei aus dem Eisenbahntunnel zwischen Kardaun und Waidbruck gerettet worden wären. Allerdings wurden alle fünf wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes angezeigt.

Der Tunnel in Kardaun
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Der Tunnel in Kardaun

Der Lokführer eines Güterzuges hatte am Montag Vormittag Alarm geschlagen. Im Eisenbahntunnel zwischen Kardaun und Blumau hatte er gegen 11.45 Uhr vier Personen gesehen, die dort zu Fuß unterwegs waren. Sofort wurde der Bahnverkehr unterbrochen, die Züge wurden in Bozen bzw. Waidbruck angehalten.

Mit einem Schienenwagen fuhren Beamte der Bahnpolizei in den vier Kilometer langen Tunnel ein. Kurz vor Blumau trafen sie auf die vier jungen Männer. Diese wurden mit dem Schienengefährt ins Büro der Bahnpolizei nach Bozen gebracht.

Wie sich bei der Befragung herausstellte, handelte es sich um vier Flüchtlinge aus dem Sudan. Die vier gaben an, dass sie zu Fuß über den Brenner nach München gelangen wollten. Sie wurden wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes angezeigt. Die Brennerbahnlinie konnte erst nach einer Stunde wieder für den Zugverkehr freigegeben werden.

Bereits vergangenen Freitag hatte die Bozner Bahnpolizei ausrücken müssen, um einen Flüchtling aus dem 14 Kilometer langen Schlerntunnel zwischen Blumau und Waidbruck zu retten. Auch in diesem Fall hatte ein Lokführer Alarm geschlagen, der den Mann im Tunnel gesichtet hatte. In diesem Fall wurde der Eisenbahnverkehr zwar nicht unterbrochen, die Lokführer wurden aber angehalten, im Tunnel besonders langsam zu fahren.

Zu Fuß machten sich die Beamten in Blumau auf, um im Tunnel in Richtung Norden zu gehen. Kurz vor Waidbruck stießen sie schließlich auf den jungen Mann. In diesem Fall handelte es sich um einen Flüchtling aus Äthiopien. Auch er wollte zu Fuß nach Norden gelangen. Und auch er wurde wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes angezeigt.

Erst vor zwei Wochen hatte die Bahnpolizei einen Richtung Norden fahrenden Eurocity in Blumau gestoppt. Zwei Flüchtlinge hatten sich außen an einem Waggon festgeklammert. Nach der Durchfahrt durch den ersten Zugtunnel konnten die zu dem Zeitpunkt bereits völlig Entkräfteten vor dem beinahe sicheren Tod gerettet werden.

"D"/em

stol