<BR />Sanieren ist gut, Vollsperre nicht, finden dementsprechend Südtirols Grüne. Und legen im Regionalrat einen Antrag vor, mit dem man den deutschen Verkehrsminister umzustimmen versucht. Martin Ausserdorfer, Chef der gütertransportierenden Rail Traction Company (RTC), gibt ihnen recht. Entsprechend wünscht er sich ein einstimmiges Zeichen aus dem Regionalrat. <BR /><BR />„Die Vollsperre über mehrere Monate hinweg ist eine verkehrspolitische Katastrophe, auch weil eine solch lange Sperre jenen Unternehmen schwer zu schaffen macht, die ihr Geld mit dem Transport von Gütern auf der Schiene machen. Ein Gleis muss befahrbar bleiben, damit nicht noch mehr Lkw über den Brenner rollen, die Menschen und Autobahn unnötig belasten und die Schiene weiterhin eine Alternative bleibt“, fasst Erstunterzeichnerin Madeleine Rohrer die Argumente gegen die Vollsperre zusammen. Sie weiß: „Schätzungen zufolge müssten im Falle einer vollständigen Sperre rund 15.000 Güterzüge pro Jahr ersetzt werden. Im ungünstigsten Fall könnte dies mehr als 700 zusätzliche Lkw pro Tag auf der Brennerautobahn bedeuten. Für die Bevölkerung würde dies mehr Verkehr, mehr Umweltbelastung und eine geringere Lebensqualität bedeuten. Für die Wirtschaft hieße es höhere Kosten, längere Transportzeiten und geringere Planungssicherheit.“<BR /><BR />Ausserdorfer bläst ins selbe Horn: „Eine Vollsperre schneidet Italien schienenmäßig von Mitteleuropa komplett ab. Dieses zusätzliche Verkehrsaufkommen kann die Straße gar nicht auffangen“, ist er überzeugt. Auch für die indirekt von der Brennerautobahn AG (A22) kontrollierte Gesellschaft RTC, die gemeinsam mit Partnern wie Lokomotion einen erheblichen Anteil der Güterzüge auf der Brennerachse betreibt, wäre die Vollsperre eine mehr als schwierige Situation. Schließlich liegt ihr Schwerpunkt auf der Brennerachse.<BR /><BR />Doch darum geht es nicht allein, sagt Ausserdorfer. „Das Zeichen an die Transportunternehmen ist fatal: Die Schiene funktioniert wieder nicht. Bei einer sechsmonatigen Vollsperre müssen sie sich also anderweitig orientieren, sie werden neue Lkw kaufen – und auch nach der Wiedereröffnung der Bahnstrecke damit weiterfahren. Die Sperre würde den Umstieg des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene auf dieser Strecke massiv zurückwerfen“, befürchtet Ausserdorfer. Er weiß aber auch: „Politische Gespräche laufen schon.“ Vom Landeshauptmann bis zum Mobilitätslandesrat bemüht sich die Landesregierung. „Wenn aber auch der Regionalrat seine Besorgnis ausdrückt, dann ist das auf jeden Fall positiv.“