Mittwoch, 01. Februar 2017

Bahnunglück von Viareggio: Familien der Opfer wollen berufen

Nach der Verurteilung von 24 Angeklagten wegen des Zugunglücks im toskanischen Urlaubsort Viareggio mit 32 Toten im Jahr 2009 wollen die Hinterbliebenen in die Berufung gehen.

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Die am Dienstag erstinstanzlich verhängten Haftstrafen seien angesichts der hohen Opferzahl unzulänglich, sagte ein Sprecher der Angehörigen bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Mehrere Manager, darunter der damalige Chef der italienischen Eisenbahnen, Mauro Moretti, wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Moretti, derzeit Chef des halbstaatlichen italienischen Rüstungskonzerns Leonardo Finmeccanica, erhielt sieben Jahre.

Die Familienangehörigen fordern seinen Rücktritt. Es sei unerhört, dass er weiterhin einen Spitzenposten in einem Konzern mit staatlicher Beteiligung innehabe. Bevor Moretti seine Haftstrafe antreten muss, kann er nach italienischem Recht zwei Mal dagegen Revision einlegen.

Zwei österreichische Bahnmanager wurden zu neun Jahre Haft verurteilt. Sie sind Mitarbeiter der in Wien ansässigen Firma GATX Rail Austria GmbH, die ebenfalls berufen will. GATX wolle alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um das Urteil anzufechten, hieß es in einer Stellungnahme. Die Firma ist die Eigentümerin des entgleisten und explodierten Kesselwaggons.

In Viareggio war am späten Abend des 29. Juni 2009 ein mit Flüssiggas beladener Zug entgleist. Einige Tankwagen kippten um, einer brach auf. Das Gas explodierte und verwüstete das Stadtviertel in Bahnhofsnähe. Häuser stürzten ein, Autos gingen in Flammen auf. Die Unfallursache war möglicherweise ein Riss an einem Rad. Der Prozess mit 145 Verhandlungstagen hatte im November 2013 begonnen, 32 Manager saßen auf der Anklagebank.

apa

stol