Schon wieder ein alarmierender Zwischenfall bei einem Maturaball: Schauplatz war diesmal der Ball des Kunstgymnasiums im KiMM. <BR /><BR />„Wir standen gegen 21.30 Uhr vor dem Eingang, als sich plötzlich ein Jugendlicher nähert und in italienischer Sprache zum Kollegen sagte: Du hast schlecht über meinen Freund geredet. Du hast jetzt nur eine Chance und zwar mitzukommen. Mein Kollege meinte: Ich kenne euch nicht, ich gehe nirgendwo hin“, erzählt sein Begleiter.<BR /><BR />Dabei sei seinem Kollegen auch noch das Ball-Ticket aus der Jackentasche gefallen. „Der andere hat sich sofort die Eintrittskarte genommen und 2 haben meinen Kollegen festgehalten, damit er ihm nicht nachlaufen konnte“, erzählt der Burggräfler Oberschüler.<h3> Sie warten vor dem Eingang</h3>Trotz fehlender Eintrittskarte wurde der 18-Jährige doch wie seine Kollegen auch – insgesamt 15 Jugendliche – zum Ball eingelassen.<BR /><BR /> Aber auch die andere Gruppe – 10, 12 Jugendliche aus Einwanderer-Familien vom Balkan – fand sich im Ballsaal ein. „Drinnen haben sie uns dann bis ins Klo verfolgt. Schließlich sind wir zu Security-Leuten und haben ihnen gesagt, dass wir bedroht werden. Dann haben sie sie kurz nach Mitternacht aus dem Saal hinausgebracht. In unsere Richtung meinten sie: Wir warten draußen auf euch und stechen euch ab. Als wir gegen 1.15 Uhr gehen wollten, haben wir ein Mädchen, das sie nicht kannten, zum Eingang geschickt, um nachzusehen, ob sie noch da sind. Sie waren noch da und waren mittlerweile 15, 20 Leute. Also sind wir zum Hinterausgang, aber da warteten sie auch. Weil wir nicht mehr wussten, was tun, haben wir die Eltern angerufen, die zum Glück auch gekommen sind, um uns abzuholen“, erzählt der Oberschüler.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63052924_quote" /><BR /><BR />Beim Hinausgehen hätten die Ballbesucher dort noch Security-Leute gebeten, ob sie sie zu den Autos begleiten könnten. Aber ein Security-Mann habe nur gemeint: „Ihr seid Burschen, tut eure Ei.. heraus.“.<BR />Schließlich wurden die Jugendlichen von den Eltern vor dem Eingang abgeholt. „Kommt nur in die Stadt, wir stechen euch ab, riefen sie uns noch nach“, sagt der Oberschüler. Er habe nun ein mulmiges Gefühl, künftig in die Stadt zu gehen.<BR /><BR />Ein Vater, ein Ex-SVP-Funktionär, der auch sein Kind abholte, meinte: „Am Parkplatz vor dem KiMM wurden leider alle Vorurteile bestätigt. Seit Samstagnacht verstehe ich, warum die jungen Leute Rechts wählen.“<h3> Nur 3 Mal ein Aufenthaltsverbot verhängt</h3>Vizebürgermeisterin Katharina Zeller zeigt sich vom „erschreckenden Vorfall“ vom vergangen Mittwochnachmittag und dem alarmierenden Zwischenfall beim Ball sehr betroffen. „Ich verstehe alle Eltern, die in Sorge um ihre Kinder sind. Das kann man so nicht durchgehen lassen. Es muss endlich Konsequenzen geben. Denn die gefühlte Untätigkeit der Behörden und der Staatsanwaltschaft spaltet die Gesellschaft, Ausländerhass entsteht und es wird nicht mehr zwischen Kriminellen und rechtschaffenen Leuten unterschieden. Es braucht einerseits eine 0-Toleranz-Politik und andererseits noch mehr Präventionsmaßnahmen. Der Quästor hätte mit der Verhängung von Aufenthaltsverboten ein Instrument schnell und unkompliziert einzugreifen. Das haben wir nach dem Sicherheitsgipfel im Herbst ausdrücklich verlangt“, sagt Zeller.<BR /><BR /> Die SVP Meran habe dann über Senatorin Julia Unterberger diesbezüglich eine Anfrage an den Innenminister stellen lassen. „So mussten wir feststellen, dass dieses Aufenthaltsverbot für Meran 2023 vom Quästor nur 3 Mal verhängt wurde. Das ist nichts angesichts der vielen Vorfälle im Vorjahr“, kritisiert Zeller.