„Das ist ein Skandal, denn der Hubschrauber war im Auftrag der Forstbehörde im Einsatz“, kritisiert ein Insider, der anonym bleiben möchte, der Redaktion jedoch namentlich bekannt ist. Seinen Angaben zufolge seien die Altvögel durch den Flug verscheucht worden, woraufhin das Küken ungeschützt blieb und vermutlich verhungerte oder erfror. „Die Alttiere kehrten nicht mehr zurück“, betont er. Später hätten andere Greifvögel den Kadaver gefressen.<BR /><BR />Für den Insider ist der Fall klar: „Diese Arbeiten hätte man ohne Weiteres um einen Monat verschieben können. Die Forstbehörde wusste genau, dass es Bartgeiernachwuchs gibt. Wo bleibt hier der Aufschrei der Natur- und Tierschützer?“<BR /><BR /><b>Stellungnahme der Forstbehörde</b><BR /><BR />Der Vizedirektor des Forstinspektorates Schlanders, Andreas Platter, sieht die Situation anders: Er bestätigt den Tod des Jungtieres, wobei die Ursache dafür nicht klar sei. Die Sache sei ein wenig komplexer, denn sie könne mehrere Ursachen haben. Der Flug an sich habe damit nichts zu tun, denn der Hubschrauber habe sich dem Horst nie auf weniger als 800 Meter genähert und auch die Baustelle sei 800 Meter entfernt gewesen, behauptet er. <BR /><BR /> Außerdem seien die Elterntiere nach dem Flug noch beim Horst gesehen worden und hätten ihren Nachwuchs auch gefüttert. Bei den Elterntieren habe es sich um junge Exemplare gehandelt, sie hätten ihre erste Brut versorgt. Dabei gehe leider sehr oft etwas schief, wobei die Todesursache im konkreten Fall, wie gesagt, nicht definitiv feststehe. Solche tragischen Vorfälle könnten aber auch einen rein natürlichen Grund haben.