Dr. Emanuela Pedevilla, Kinder- und Jugendärztin in Brixen sowie Sekretärin der FIMP Südtirol, nimmt auf <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/hausaerzte-im-wipptal-schlagen-alarm-so-wollen-viele-den-beruf-wechseln" target="_blank" class="external-link-new-window" title=""> die Bedenken von Dr. Esther Niederwieser </a>zur Anwesenheit eines Kinderarztes im Wipptal Stellung.<BR /><BR />Wie berichtet wird nach 15-jähriger Abwesenheit eines niedergelassenen Kinderarztes im Wipptal Dr. Gloria Maria Patelli ab Dezember als Kinderärztin freier Wahl in Sterzing tätig und für die pädiatrische Grundversorgung der Kinder von null bis sechs Jahren zuständig sein. Dr. Niederwieser bezeichnet den Entzug dieser Patienten den Pädiatern im Spital Sterzing trotz Pläne für ein Mutter-Kind-Zentrum als besorgniserregend.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1237884_image" /></div> <BR /><BR />„Die Kollegin kennt als Hausärztin die Bedeutung der Allgemeinmedizin in der Region sehr gut, scheint aber der Kinder- und Jugendmedizin, die seit der Pensionierung von Frau Dr. Prader endlich wieder in Sterzing vertreten sein wird, nicht den gleichen Stellenwert einzuräumen“, meint Dr. Pedevilla. Sie verweist, dass die frei wählbare Kinderarztpraxis bereits mit dem Gesetz 883 von 1978 im Rahmen des nationalen Gesundheitssystems eingeführt wurde. Kinderärzte garantieren laut Pedevilla die kostenlose medizinische Versorgung von Kindern bis zum 16. Lebensjahr. Für Kinder bis sechs Jahre ist die Betreuung verpflichtend, für Ältere freiwillig.<BR /><BR />Die Familienpädiatrie zeichne sich u.a. durch ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Eltern aus. Kinderärzte arbeiten eng mit Fachärzten in Spitälern zusammen. Diese Kooperation sei international als erfolgreiche Strategie für eine umfassende Patientenbetreuung anerkannt. Der Basiskinderarzt ist laut Pedevilla zentral bei der Betreuung chronisch kranker Kinder, der Begleitung nach Krankenhausentlassungen und der Organisation integrierter Versorgungspfade. Der Eindruck einer Konkurrenz zwischen Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde sei zu vermeiden.