Mittwoch, 07. August 2019

Bauern in Bozen verzweifelt: „100 Prozent Schaden“

Der heftige Hagelsturm über der Landeshauptstadt sorgte für gewaltige Schäden. Besonders hart traf es die Stadtviertel orografisch rechts der Talfer: Gries, Quirein, Don Bosco, Kaiserau. Dort befinden sich auch mehrheitlich die landwirtschaftlichen Betriebe. „Es fehlen einem die Worte“, sagte Bauernbundobmann Michl Bradlwarter in einer ersten Reaktion. Hatten die Hagelschläge der vergangenen Wochen schon für Schäden gesorgt, so hat das Unwetter vom Dienstag mehreren Bauern sozusagen den Rest gegeben.

In manchen Zonen hat der Hagel die Ernte zu 100 Prozent zerstört. - Foto: DLife
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In manchen Zonen hat der Hagel die Ernte zu 100 Prozent zerstört. - Foto: DLife

„Da ist nichts mehr zu holen. In manchen Zonen hat der Hagel die Ernte zu 100 Prozent zerstört“, sagte Bradlwarter. Die reifenden Äpfel und Trauben hat es sprichwörtlich vom Baum und von der Rebe gefegt bzw. geschlagen. „Für die Landwirte, die sich das ganze Jahr über Mühe geben und ihre Obst- und Weinanlagen mit viel Aufwand bewirtschaften, sind solche Situationen eine totale Katastrophe. Es ist einfach nur schlimm.“ 

Beträchtliche Schäden gab es auch aus dem Stadtviertel Haslach zu vermelden. „Nach einem ersten Lokalaugenschein im Weinberg musste ich feststellen, dass der Hagel ordentlich gewütet hat“, sagte Bauer Andreas Berger von Thurnhof. Beim Pergelsystem rechnet er mit einem Ausfall von 50 Prozent der Ernte. „Beim Spaliersystem ist die Situation etwas besser“, sagte Berger.

Reifeprozess der Trauben gestoppt

Die Hagelkörner haben insbesondere die Blätter abgeschlagen, was in weiterer Folge den Reifeprozess der Trauben stoppt. Auch die Früchte selbst wurden in Mitleidenschaft gezogen. Ist die Schale verletzt, dann können sich ungehindert Pilze ansiedeln.

Teilweise entlaubt wurden auch die Weinanlagen im Großraum Rentsch. „Im Gegensatz zu anderen Zonen in der Stadt, hat es uns aber Gott sei Dank nicht so schlimm getroffen“, erklärte Johanna Ramoser vom Zundlhof. „Zwar liegen viele Blätter am Boden und auch Trauben sind aufgeplatzt, aber sicher nicht derart katastrophal wie in Gries.“ Dort herrschte gestern eine regelrechte Untergangsstimmung. Innerhalb weniger Minuten glaubte man sich im Grieser Grünkeil im tiefsten Winter, wie mehrere Fotos dokumentieren.

„100 Prozent Schaden“

„Bereits letzten Donnerstag wurden wir von Hagelschlag heimgesucht. Dieses Gewitter war aber nicht mit dem von gestern vergleichbar. Wir haben schätzungsweise 100 Prozent Schaden. Dieses Unwetter hat uns jetzt den letzten Rest gegeben“, berichtet Joachim Unterhofer vom Weingut Reyter im Grieser Grünkeil.

D/fin

stol