Das Jahr 2024 ist Vergangenheit, deshalb hieß es kürzlich auch im Südtiroler Bauernbund: Zeit, Bilanz zu ziehen.<BR /><BR />„Obwohl das vergangene Jahr einige Schwierigkeiten für die Landwirte mit sich zog, kann man zufrieden sein“, berichtet Oswald Karbon, der SBB-Obmann von Bozen. Das Frühjahr 2024 bezeichnet er als „mittlere Katastrophe“, v.a. witterungsbedingt. „Es hat zu viel geregnet, wir Bauern hatten deshalb einige Probleme, vor allem im Obst- und Weinbau“, schildert Karbon.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1117431_image" /></div> <BR />Nach einem guten Sommer konnte sich die Ernte dann allerdings sehen lassen. Die Mengen an Obst und Wein seien gut gewesen, die Preise dagegen stabil geblieben. Vor allem der Obstpreis sei ein wenig gestiegen. „Das liegt daran, dass einige europäische Länder, unter anderem Polen, im Vorjahr nicht viel geliefert haben“, weiß Karbon.<h3> Bürokratie nach wie vor ein großes Problem</h3>In der Milchwirtschaft seien die Mengen rückläufig – dies sei allerdings bereits zu erwarten gewesen. Der Preis dagegen blieb im vergangenen Jahr stabil. „Erneut waren die Bauern im Vorjahr aber mit Bürokratie beschäftigt“, bedauert Karbon. Das werde sich leider auch im laufenden Jahr nicht ändern. Ein Beispiel sei hier das sogenannte „Classyfarm“: ein System zur Klassifizierung von Tierhaltungsbetrieben.<BR /><BR />Diese erfolgt in erster Linie hinsichtlich Tiergesundheit und Tierwohl. „Das System gibt es nun schon länger, allerdings haben uns nun neue nationale Bestimmungen erreicht“, kritisiert Karbon. Und diese brächten noch mehr bürokratischen Aufwand mit sich. Es handele sich dabei um ein Ampelsystem, das von einem Tierarzt bestimmt werde.<h3> „Wohnungen auf Obstwiesen? Alle müssen mit Lösung zufrieden sein“</h3>Zur ewigen Debatte der Wohnungsnot in Bozen, die jüngst von Bürgermeister Renzo Caramaschi neuerlich entfacht wurde, der fordert, künftig auf Obstwiesen Wohnraum zu schaffen, reagiert Karbon entschieden: „Ich bin der Meinung, dass zunächst einmal die bestehenden Wohnanlagen ausgebaut werden sollten.“ <BR /><BR />Dabei solle das Volumen pro Quadratmeter erhöht werden. „Zudem werden derzeit einige Wohnungen an Touristen vermietet, auch das muss endgültig unterbunden werden“, unterstreicht der Bezirksobmann. Grundsätzlich gelte es beim Thema Wohnungsnot „eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligten zufrieden sind“.