Lediglich „Platz acht“ belegt Hofer in der Liste der „vorzüglichsten Männer der Insurrektion 1809“ in der Neuerscheinung „Das Schwarzbuch der bayerischen Polizei. Innsbruck 1809“.„Er fiel nicht durch Mut auf, weil er immer Stunden hinter seinen eigenen Leuten war“, schilderte einer der Autoren, Thomas Albrich vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, den Blickwinkel der Bayern. Hofer sei einer der „bäuerlichen Unterteufel“ gewesen, der sich nur im „Schupfen“ (Gasthaus an der Brennerstraße, Anm.) oder in Südtirol aufgehalten und von dort aus seine Befehle erteilt habe. Der Polizei sei der Mann als „einer von mehreren“ vor allem durch seinen schwarzen Bart aufgefallen.Als „eigentlicher Held“ und als späterer Offizier und Träger des Militär-Maria-Theresia-Orden zurecht, ist der im Südtiroler Schlanders geborene Martin Teimer auf „Platz drei“ im bayerischen Schwarzbuch zu finden. „Frech, wie er war, hat er in Bayern geplündert. Und in der ersten Schlacht am Bergisel hatte er das Kommando über“, führte Albrich aus. Unter seiner Hand hatten die Streitkräfte die Landeshauptstadt Innsbruck befreit. Bereits in den Tagen zuvor habe Teimer die Leute mobilisiert, nach Innsbruck geschickt und alles für die Schlacht organisiert.In den weiteren Kämpfen sei Teimer die rechte Hand des an erster Stelle im Schwarzbuch stehenden österreichischen Generals Johann Gabriel Marquis du Chasteler gewesen. „Als die Bauern Innsbruck erobert hatten, übernahm Teimer das Kommando“, schilderte der Historiker dessen Bedeutung. Erst durch seinen Aufruf zum nach dem vereinbarten Waffenstillstand erneuten Angriff im August 1809 sei Hofer zum „Helden und zum größten Feind der Bayern“ geworden. Den Sieg der 3. Bergiselschlacht hatte der Freiheitskämpfer für sich entschieden.„Der Blick der Bayern ist ein ganz anderer als jener der Tiroler“, relativiert der Historiker die „Vergötterung“ Hofers. Teimer sei in der Wahrnehmung der Tiroler „komplett untergegangen“. Er hatte sich Mitte Juli 1809 im Zuge der Räumung Tirols und Vorarlbergs von österreichischen Truppen mit jenen des Kaisers zurückgezogen und Tirol verlassen. „Teimer kam nicht mehr zurück und ist deshalb aus Sicht der Tiroler kein Held, weshalb er vergessen wurde“, erklärte der Autor.apa