Freitag, 17. April 2015

Bayerns Wildschweine stärker verstrahlt als bekannt

Knapp drei Jahrzehnte nach dem Atomunfall von Tschernobyl ist die Strahlenbelastung der Wildschweine in Bayern nach inoffiziellen Daten höher als bekannt.

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Das geht aus den für die Allgemeinheit nicht zugänglichen Messdaten zur Radioaktivität hervor, die der Bayerische Jagdverband (BJV) sammelt. Die Daten hat Helmut Rumml veröffentlicht, der bis zum März im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Messungen für die örtliche BJV-Kreisgruppe durchführte.

Danach wurden im Jahr 2013 bei 140 geschossenen Wildschweinen eine Belastung von mehr als 10.000 Bequerel pro Kilogramm gemessen – eine Überschreitung des zulässigen Grenzwerts von 600 Bq/kg um mehr als das Sechzehnfache. Der Jagdverband hat Rumml mittlerweile den Auftrag für die Messungen entzogen.

Die bayerischen Behörden veröffentlichen ausschließlich die Ergebnisse der staatlichen Stichproben – obwohl der Jagdverband seine Daten an das Umweltministerium in München übermittelt. „Für eine Veröffentlichung durch bayerische Behörden gibt es keine Rechtsgrundlage“, teilte das Ministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zu den Messungen der Jäger schriftlich mit.

dpa

stol