Mittwoch, 18. August 2021

Becherhaus in neuem Glanz

Die Eröffnung des Becherhauses fand wetterbedingt nicht in der geplanten Form statt. Landeshauptmann Kompatscher und Landesrätin Deeg, die zu Fuß aufgestiegen waren, feierten mit den Hüttenwirten die Instandsetzung.

Die Eröffnung des Becherhauses fand anders statt als geplant.
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Die Eröffnung des Becherhauses fand anders statt als geplant. - Foto: © lpa
Noch wird am Becherhaus im Ridnauntal auf Südtiroler Seite der Stubaier Alpen am Rande des Übertalferners gearbeitet. Die umfassenden Instandhaltungs- und Erneuerungsarbeiten an der landeseigenen Schutzhütte auf 3195 Metern Höhe, die im vergangenen Sommer aufgenommen wurden, stehen vor dem Abschluss. Ursprünglich am Montag, in der Folge am heutigen Mittwoch sollte die Eröffnungsfeier stattfinden.

Allerdings zog das Wetter dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: Der Hubschrauber, der einen Teil der Festgäste zur Hütte fliegen sollte, konnte nicht eingesetzt werden. Landeshauptmann Arno Kompatscher, der gemeinsam mit Landesrätin und Landeshauptmannstellvertreterin Waltraud Deeg, der Bezirkspräsidentin des Wipptales, Monika Reinthaler, dem Bürgermeister von Ratschings, Sebastian Helfer, und Mitgliedern der Bergrettung Ridnaun zu Fuß aufgestiegen war, besichtigte das erneuerte Becherhaus und bedankte sich bei den Hüttenwirten Lukas und Edeltraud Lantschner für ihren Einsatz.

„Unsere Schutzhütten stehen für die Erschließung des Gebirges und sind ein Aushängeschild“, betonte Landeshauptmann Kompatscher, „für das Becherhaus, Südtirols höchstgelegene Schutzhütte, gilt das ganz besonders.“




Mit der Entwicklung des Bergtourismus habe die Becherhütte internationale Bekanntheit erlangt, sodass selbst Leitmedien wie die New York Times oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung über das Schutzhaus berichtet hätten. Ziel des Landes sei es, die Schutzhütten in ihrer Funktion als Unterkunft für Bergbegeisterte sowie Orte der Begegnung von Menschen verschiedenster Herkunft zu erhalten und mit Leben zu füllen.

„In dieser ökologisch besonders sensiblen Hochgebirgsregion steht der Einklang mit der Natur an oberster Stelle“, sagte Landeshauptmann Kompatscher und wies darauf hin, dass auch bei der Instandsetzung auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit geachtet worden sei.

Die Arbeiten: 1,4 Millionen Euro für die Erneuerung

„Wir haben 1,4 Millionen Euro investiert, um dieses Schutzhaus aufzuwerten, das Teil des öffentlichen Vermögens ist“, erklärt Landesrat Bessone, dem es am Nachmittag doch noch gelang, per Hubschrauber das Becherhaus zu erreichen. Der Landesrat weist auch auf die Schwierigkeiten hin, die eine Baustelle im Hochgebirge kennzeichnen: „Das Hochgebirge ist eine technisch herausfordernde Baustelle, wo unter schwierigen Bedingungen in begrenzten Zeiträumen gearbeitet werden kann.“

Die allesamt heimischen Unternehmen, die am Becherhaus gearbeitet haben und noch im Einsatz sind, hätten aber die Herausforderungen bestens gemeistert.

Im Zuge der Instandsetzung des Becherhauses wurden die Außenhülle erneuert und die Fassaden neu mit Lärchenschindeln verkleidet. Auch das Dach und die Fensterrahmen wurden ausgetauscht. Auf den neuesten Stand gebracht wurden die technischen Anlagen. Zudem wurde das Gebäude an die Brandschutzvorschriften angepasst.

Im Gebäudeinneren wurden die ostseitige Stube und die Terrasse ausgebaut. Die gesamte Stromversorgung mit LED-Beleuchtung, Photovoltaikanlage und Batteriespeichersystem wurde umweltfreundlich erneuert. Hand angelegt wurde auch an den Heizungs- und Sanitäranlagen und an der Wasseraufbereitungsanlage, die Gletscherwasser nutzt. Neu ist zudem das Abwasserreinigungssystem.

Koordiniert wurden die Instandsetzungsarbeiten vom Direktor des Landesamts für Bauerhaltung, Luca Carmignola, und dem technischen Mitarbeiter Stefano Rebeschini, mit Unterstützung der Projektanten Hans Pardeller, Eleonora Kraus und Norbert Verginer. Am Bau im Einsatz waren das Unternehmen Mader GmbH aus Sterzing, die Subunternehmen Trenkwalder & Partner GmbH aus Pfitsch, Hofer & Zelger OHG aus Brixen und die Unionbau AG aus Sand in Taufers sowie das Bauunternehmen Rainer aus Ratschings für den Bereich Abwasserentsorgung.

Auch der Stol-Reporter Ivo Zorzi hat fleißig bei den Sanierungsarbeiten am Becherhaus mitgeholfen.


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Die Schutzhütte: Bis 12. September geöffnet

Die Schutzhütte wurde 1894 von der Sektion Hannover des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude der CAI-Sektion Turin zugeteilt und später von der CAI-Sektion von Verona umgebaut, erweitert und verwaltet. Die Schutzhütte ist vom Ridnaun- und Passeiertal aus zu erreichen. In diesem Jahr halten die Hüttenwirte Lukas und Edeltraud Lantschner aus Jenesien das Becherhaus mit seinen 100 Schlafplätzen seit 19. Juni und bis zum 12. September geöffnet.

lpa/stol