Samstag, 19. März 2016

Begräbnis in Niederdorf: „Sie bleiben in unserer Mitte“

Kein Weg war Bernhard Stoll und Christian Kopfsguter zu weit, kein Gipfel zu hoch gewesen. Am Samstag aber hat sie eine Lawine am Schneebigen Nock aus dem Leben gerissen. In ihrem Heimatdorf Niederdorf wurden sie am Freitag zur letzten Ruhe geleitet.

Zahlreiche Menschen in Niederdorf geleiteten Bernhard Stoll und Christian Kopfsguter zu ihrer letzten Ruhe.
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Zahlreiche Menschen in Niederdorf geleiteten Bernhard Stoll und Christian Kopfsguter zu ihrer letzten Ruhe. - Foto: © D

Kaum überschaubar war sie, die große Trauergemeinde, die sich in der Pfarrkirche und im Friedhof versammelt hatte, um Abschied zu nehmen von Bernhard und Christian und ihren Familien in ihrem Schmerz und großen Leid nahe zu sein.

Der Tod der beiden Männer erfülle mit tiefer Trauer, sagte Ortspfarrer Josef Gschnitzer, der der Feier vorstand, und er bat darum, dass den Trauernden die christliche Gewissheit, dass der Tod der Beginn eines neuen Lebens ist, Hilfe und Stärkung werden möge.

Er vermöge in dieser Trauer nicht zu trösten und schon gar nicht gute Ratschläge zu geben, sagte Pfarrer Albert Ebner in der Predigt. „Leid ist Leid. Trauer ist Trauer“, sagte er. „Aber Tod ist nicht Tod“, betonte er.

„Deshalb wollen wir in diesem Gottesdienst nicht die Trauer feiern, sondern die Hoffnung, eine Hoffnung, die hineinträgt in die Zukunft. Und wir wollen Christian und Bernhard ersuchen, dass sie uns nicht in der Trauer lassen, sondern uns immer wieder einen Schupfer geben – einen Schupf ins Leben hinein“.

„In diesem Sarg ist nicht euer Tati. Da drinnen ist nur das, was er zu seinem neuen Leben nicht mehr braucht“, versicherte Ebner Bernhards Kindern: „Euer Tati ist jetzt überall dort, wo ihr seid. Ihr könnt mit ihm reden, ihr könnt ihn fragen, wenn ihr Hilfe braucht, ihr könnt ihn bitten, dass eure Mutti wieder froh wird“. Und so sei es auch bei Christian: „Christian und Bernhard sind zu einem Horizont vorgedrungen, der weiter hinausreicht, als wir uns vorstellen können.“

Richard Stoll, der Hauptmann der Schützenkompanie Johann Jaeger, der Christian und Bernhard angehört hatten, würdigte den Einsatz der Verstorbenen, drückte den Schmerz der Kompanie aus und rief den beiden „Pfiat enk“ nach, bevor sich die Fahnen der vielen Schützenabordnungen von weit über das Pustertal hinaus senkten und das Lied des guten Kameraden erklang.

ru

stol