Mittwoch, 01. Juni 2016

Behörden beobachten neue Flüchtlingsroute nach Italien

Nach der Schließung der Balkanroute versuchen Schlepperbanden offenbar zunehmend, Flüchtlinge aus der Türkei über Kreta nach Italien zu bringen. Inzwischen gebe es mehrere Beweise dafür, sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache am Mittwoch in Athen.

Am Vortag waren 113 Flüchtlinge aus verschiedenen Staaten des Nahen Ostens – darunter 33 Kinder – nach einer Havarie eines kleinen Schiffes an einem Strand auf der griechischen Insel Kreta angekommen. Bereits am vergangenen Freitag hatte die griechische Küstenwache 65 Migranten gerettet, deren Boot östlich von Kreta in Seenot geraten war.

Die Menschen gaben den Behörden zufolge an, sie seien in der Türkei gestartet. Schlepper hätten ihnen versprochen, sie nach Italien zu bringen. Zwei Männer wurden wegen des Verdachts auf Schlepperei festgenommen. Sie stammten aus Kroatien und Montenegro, teilte die Polizei auf Kreta mit. Ihre Herkunft zeigt nach Ansicht des Offiziers der Küstenwache, dass internationale Banden am Werk sind. Für die Route von der Türkei nach Kreta und weiter nach Italien seien erfahrenen Seeleute nötig.

apa/dpa

stol