Die aktuellen Ereignisse verstärken Ängste und lassen Suchtkranke rückfällig werden. Psychologe Senoner berichtet auch über die lange Warteliste im Therapiezentrum Bad Bachgart. <BR /><BR /><b>Herr Senoner, wie hat die Pandemie und der Ukraine-Krieg sich auf die Psyche der Menschen ausgewirkt?</b><BR />Edmund Senoner: Durch die Pandemie und den Krieg sind Elmente und Fakten hinzu gekommen, die Ängste und Depressionen verstärken. Andere Menschen fallen auch wieder in ihr Suchtverhalten zurück und konsumieren wieder. Wir hatten noch nie eine so lange Warteliste an Klienten im Therapiezentrum Bad Bachgart.<BR /><BR /><b>Wie kommt es zu dieser langen Liste?</b><BR />Senoner: Einerseite konnten wir wegen Suspendierungen und den Kontakteinschränkungen weniger Klienten aufnehmen. Andererseits hatten wir auch noch nie einen so hohen Zustrom. Wir haben noch nie so viele Erstgespräche wie im vergangenen Jahr geführt.<BR /><BR /><b>Wie kommt es dazu, dass so viele Menschen Hilfe holen?</b><BR />Senoner: Die Inhalte an Anfragen haben sich nicht verändert. Wir behandeln immer noch das klassische Klientel mit Suchtverhalten, Angst, Depression oder Essstörungen. Nur die Anzahl der Anfragen ist gestiegen, weil die Verunsicherung, Ängste und Rückfälle zugenommen haben.<BR /><BR /><b>Wie kann der einzelne oder die Gesellschaft darauf reagieren? </b><BR />Senoner: Die Gesellschaft kann Hilfe anbieten. Doch auch der einzelne hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, sich helfen zu lassen. Wenn zum Beispiel jemand alkoholsüchtig ist, ist der Leidensdruck bei den Angehörigen enorm hoch. Der Betroffene fühlt sich in seinem Rausch wohl, doch die Familie leidet. Deshalb kann ich nur aufrufen, bei Krisen, Problemen, Pathologien oder Leiden, lasst Euch helfen. Die Gesellschaft bietet Hilfe an.<BR /><BR />Der Talk findet am Donnerstag um 19 Uhr in der Cusanus-Akademie statt. Anmeldung ist erwünscht: info@cusanus.bz.it, Tel. 0472 83 22 04.