Der Kommandant erklärt auch, wie der Hochwasser-Einsatz der Feuerwehr abläuft. <BR /><BR /><b> In jüngster Zeit regnet es verstärkt an der Alpensüdseite. Wirkt sich das auf die Einsatz-Statistik der Freiwilligen Feuerwehr Salurn aus?</b><BR />Christopher Nardin: In unserer langjährigen Einsatzstatistik erkennt man ganz klar die Entwicklung, dass technische Einsätze im Verhältnis zu den klassischen Brandeinsätzen zunehmen. Unter technischen Einsätzen versteht man unter anderem Verkehrsunfälle, Einsätze, die auf Unwetter zurückzuführen sind, aber auch die klassische Rettung einer Katze vom Baum. Diese Zunahme ist auf verschiedenste Gründe zurückzuführen: Gewitter- und starke Regenphänomene haben sicherlich zugenommen. Auch wenn die Einsatzanzahl zugenommen hat, der Wert, der den stärksten Zuwachs vorweist, ist jener der Einsatzstunden. Nehmen wir zum Beispiel das Hochwasserereignis von Ende Oktober 2023 als Beispiel, wo die Freiwillige Feuerwehr Salurn mit durchschnittlich 20 Personen für rund 2,5 Tage im Dauereinsatz war: Dadurch geht die Summe der geleisteten Stunden in der Jahresstatistik stark nach oben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1082517_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wie sieht das Einsatzszenario der Freiwilligen Feuerwehr Salurn bei einem Hochwasser bzw. bei der Gefahr eines Hochwassers aus?</b><BR />Nardin: Sobald die Etsch bei der Messstation in Salurn eine erste Vorwarnstufe von 5,80 Metern erreicht, besetzen wir als Wehr die Etschbeobachtungsstelle. Diese Stelle steht im ständigen Kontakt mit unserer Bezirkseinsatzzentrale und übermittelt aktuelle Werte und Informationen zum Stand der Etsch und der Situation der umliegenden Bäche oder auch der sich ergebenden Probleme. Sobald wir die Warnstufe von 6,30 Meter erreichen, werden die Deichwachen gestartet. Diese Deichkontrollen werden von sämtlichen Feuerwehren entlang der Etsch durchgeführt und haben das Ziel, den Zustand der Etsch, des Etschdammes, der umliegenden Gewässer und der Qualmtrichter zu kontrollieren und zu beobachten. Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben, da Qualmtrichter aber auch mitgerissenes Material in der Etsch zu Problemen führen können. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1082520_image" /></div> <BR /><BR /><b> Wie erlebt man die Situation in Salurn, wenn ein solches Hochwasser-Ereignis ansteht? Gibt es besorgte Bürger und Bürgerinnen, die wie früher ins Gerätehaus kommen, um genauere Infos zu erhalten?</b><BR />Nardin: Es gibt sicherlich nur wenige Wehren in Südtirol, die wie wir ein dramatisches Ereignis wie eine komplette Überschwemmung des eigenen Dorfes aus erster Hand erlebt haben. In den letzten Jahren – aber auch wie beim jüngsten starken Regen – gibt es große Besorgnis in der Bevölkerung und innerhalb der Wehr, speziell bei der älteren Generation hinsichtlich eines möglichen starken Anstiegs bzw. Ausbrechens der Etsch. Es ist wichtig, dass jeder Mitbürger und Mitbürger sich der Gefahr bewusst ist, die die Etsch für Salurn mit ich bringt. Als Kommandant werde ich – wie in den letzten Tagen – oft von Mitbürger und Mitbürgerinnen angerufen, die genauere Informationen über den Stand der Dinge nachfragen. Meistens sind das aber ältere Mitbürger, die die Möglichkeit nicht haben, die aktuellen Pegelstände oder die Meldungen, die wir als Wehr veröffentlichen, einzusehen. Diese Informationsweitergabe machen wir gerne.