Ausbilder Roland Ranzi, Leiter des Tauchvereins „Sportdiver.it“ in Lana, stuft Tauchen als überaus sicheren Sport ein. Allerdings gilt es wichtige Aspekte zu berücksichtigen. <BR /><BR />Wie es zu dem Unglück in etwa 60 Meter Tiefe kommen konnte, darüber möchte Roland Ranzi nicht spekulieren. Allerdings gibt er zu bedenken, dass Höhlentauchen die extreme Disziplin beim Tauchen sei. „Beim Höhlentauchen sind spezifische Eigenheiten wie Licht- und Sichtverhältnisse, Strömungen oder die mitunter schwierige Orientierung zu berücksichtigen, weshalb sehr gutes Training und fachgerechte Ausrüstung absolute Voraussetzungen sind“, unterstreicht Roland Ranzi, seines Zeichens Ausbilder und Leiter des Tauchvereins „Sportdiver.it“ mit Sitz in Lana. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1314633_image" /></div> <BR /><BR />Sein Curriculum umfasst eine Vielzahl an Ausbildungen und Befähigungen, er hat mehr als 3.600 Tauchgänge und über 2.000 Zertifizierungen durchgeführt, seit 1990 ist er PADI-Tauchlehrer, seit 2001 bildet er über PADI, die weltweit größte Organisation für Sporttauchausbildung, Tauchlehrer aus. <BR /> „Die erste Ausbildungsphase erfolgt in der Regel im Schwimmbad, als idealen Übungsplatz nutzen wir den Gardasee, danach steht den Interessierten alles offen“, skizziert er einige der üblichen Ausbildungsschritte. <BR /><BR /><b>Taucherunglücke sind verhältnismäßig selten</b><BR /><BR />Das Interesse am Tauchen sei hierzulande groß, das ließe sich allein an den rund zehn Tauchvereinen im Lande feststellen. Außerdem machen viele Interessierte den Tauchschein während des Urlaubs, fügt Roland Ranzi hinzu und erklärt, dass gemessen an der Anzahl der Tauchgänge selten etwas passiert. Die Statistik der internationalen Tauchsicherheitsorganisation DAN (Divers Alert Network) weist etwa 1,8 Todesfälle pro einer Million Tauchgänge aus, wobei Unfälle häufig auf menschliches Versagen, mangelnde Tauchgangsplanung oder Herz-Kreislauf-Probleme zurückzuführen sind. „Es zeigt sich“, erklärt Ranzi, „dass sich Ausbildung und Ausrüstung weiterentwickelt haben, denn der Tauchsport ist nochmals sicherer geworden.“ <BR />Laut Datenlage ist das vorzeitige Aufbrauchen des Atemgases für rund 40 Prozent aller Tauchunfälle verantwortlich, dahinter folgen Unfälle in Höhlen, Wracks oder unter der Eisoberfläche. Letztlich liege den Unglücken vielfach mangelnde Erfahrung oder eine nicht sachgemäße Vorbereitung zugrunde.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1314636_image" /></div> Auf Höhlentauchen ist Roland Ranzi nicht spezialisiert, sehr wohl aber auf technisches Tauchen, bei dem im Gegensatz zum Sporttauchen Tiefen von mehr als 40 Metern erkundet werden. Dabei gilt es eine Reihe von Anforderungen zu beachten, weil der menschliche Körper ab der genannten Tiefe mit veränderten Bedingungen zurechtkommen muss und kein direkter Aufstieg möglich ist. Zwingend notwendig werden u. a. komplexere Mischungen des Atemgases (Trimix, Heliox, reiner Sauerstoff), eine spezielle Ausrüstung mit mehreren Flaschen sowie Dekompressionsstopps beim Auftauchen. <BR /><BR /><b>Ab 40 Meter Tiefe beginnt neue Sphäre</b><BR /><BR />„In einer Tiefe von rund 60 Metern benötigt der Mensch wegen des Drucks sieben Mal so viel Atemluft wie an der Oberfläche“, zeigt Roland Ranzi auf. Beim Sporttauchen mit dem Tiefenlimit von maximal 40 Meter fallen viele dieser Voraussetzungen weg, es lässt sich mit verhältnismäßig wenig Aufwand bzw. Ausrüstung durchführen. <BR />Von der menschlichen Tragödie einmal abgesehen, möchte Roland Ranzi die Taucherszene infolge der medialen Berichterstattung nicht in Verruf sehen. „Leider kursieren nach derartigen Unglücken oft falsche oder verzerrende Meldungen, sodass sich in vielen Köpfen ein falsches Bild über das Tauchen einbrennt“, erklärt er, der erstmals auf der Insel Elba das Erlebnis des Tauchens für sich entdeckte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1314639_image" /></div> <BR />Über den Verein organisiert er auch Tauchsafaris, um die Unterwasserwelten zu erkunden. Rund 20 Gleichgesinnte aus Südtirol beteiligten sich an ihrer letzten Tauchsafari im Oktober 2025 am Roten Meer. „Dieses Gefühl der Schwerelosigkeit und der Ruhe ist eine einmalige Erfahrung“, erklärt er. Beim Abgleiten in die Unterwasserwelt könne man alles andere hinter sich lassen, das sei immer wieder aufs Neue faszinierend.